Erstellt am 13. März 2012, 12:45

Ermittlungen gegen Amon wegen Geldwäsche. Im Korruptions-U-Ausschuss sind am Dienstag neue fragwürdige Geldflüsse von der Telekom Austria in Richtung Politik aufgetaucht. Diesmal geht es um Gelder für den ÖVP-Arbeiter- und Angestelltenbund (ÖAAB).

Konkret sollen im Jahr 2007 über die Firma des Telekom-Lobbyisten Peter Hochegger Valora 10.000 Euro für die ÖAAB-Zeitschrift "Freiheit" geflossen sein.

Die ÖVP sagt, dass damit eine Werbebeilage in der Zeitschrift geschaltet wurde, diese Werbeblätter sind allerdings nicht mehr auffindbar. Die Justiz will daher gegen den ÖVP-Fraktionsführer im U-Ausschuss, Werner Amon, der damals ÖAAB-Generalsekretär war, wegen des Verdachts der Geldwäsche ermitteln und hat bereits die Aufhebung seiner parlamentarischen Immunität beantragt.

Für Grüne und BZÖ ist Amon als ÖVP-Fraktionsführer im U-Ausschuss nicht mehr tragbar, sie forderten seinen Rücktritt. ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf wies diese Forderung allerdings zurück. Er sieht das Ganze als Verschwörung der Staatsanwaltschaft gegen Amon, weil dieser kürzlich die Einzeltäter-Theorie im Fall Kampusch öffentlich in Zweifel gezogen hat. Man versuche Amon "mundtot zu machen, weil er jemanden auf die Zehen gestiegen ist", so Kopf.

Der Klubchef wies auch den Vorwurf der Untreue zurück. Er sprach von "klassischem Sponsoring, wie es in Tausenden Fällen in Österreich vorkommt". Dass die entsprechende Werbeeinlage nicht mehr auffindbar ist, begründet Kopf damit, dass es beim ÖAAB nicht üblich gewesen sei, Werbebeilagen abzulegen. Er räumte daher ein, dass die "Beweisführung etwas schwierig sein" werde.

Dass Amon seine Funktion als ÖVP-Fraktionsführer im U-Ausschuss zurücklegt, kommt für Kopf jedenfalls überhaupt nicht infrage. Auch Vizekanzler Spindelegger stellte sich hinter Amon. Der Abgeordnete selbst bezeichnete die Vorwürfe ebenfalls als "absurd". Er bestätigte zwar die Zahlung, doch leider sei es ein "Pech", dass der Beleg über die erbrachte Leistung fehlt.