Erstellt am 27. Juni 2012, 11:49

Erste Absolventen verlassen die Neue Mittelschule. Der Schulschluss am Freitag wartet mit einer Premiere auf: Zum ersten Mal werden an Neuen Mittelschulen (NMS) Abschlusszeugnisse verteilt. Rund 3.700 Jugendliche im Burgenland, der Steiermark, Kärnten, Oberösterreich und Vorarlberg gehen nach vier Jahren von der neuen Schulform ab, die bis 2018/19 alle Hauptschulen ersetzen soll.

Die Absolventen besuchten jene 67 "Pionierschulen", die 2008/09 als erste Standorte mit dem Modellversuch, der ab Herbst 2012 in das Regelschulwesen überführt wird, begonnen haben. Mit dem BG/BRG Klusemannstraße in Graz war nur eine einzige AHS-Unterstufe mit dabei.

Feierlich begangen wird der Abschluss des ersten NMS-Jahrgangs am Freitag in Mattersburg, wo Unterrichtsministerin Claudia Schmied gemeinsam mit dem burgenländischen Landeshauptmann Hans Niessl und Mitinitiator Bernd Schilcher die ersten Absolventen ehrt. Vorgefeiert werden die NMS-Absolventen von Schmied bereits seit längerem via Inserat-Schaltungen in diversen Medien.

Für eine Bilanz über Erfolg oder Versagen der Neuen Mittelschule gibt es aus wissenschaftlicher Sicht allerdings noch zu wenige Daten: "Für ein Fazit ist es viel zu früh", betont Erich Svecnik, der im Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) die Evaluation der NMS leitet. Erste, allerdings nur bedingt aussagekräftige Ergebnisse zur Entwicklung der Schülerleistungen soll es bis zum Sommer 2013 geben. Derzeit könne man lediglich aus Befragungen sagen, dass die Akzeptanz der neuen Schulform relativ hoch ist.

Größtenteils positiv resümiert die Elternvertreterin Monika Hillbrand die bisherige Umstellung. "Die Pädagogik hat sich sicher verändert, neue Lehrformen wie das Teamteaching haben Einzug gehalten", so Hillbrand. Allerdings sei in der Umsetzung nicht alles optimal gelaufen: So gebe es "fortbildungsresistente" Lehrer, bei denen man spüre, dass sich diese "zwangsverpflichtet" fühlten.