Erstellt am 26. August 2013, 23:28

Erstes TV-Duell von Faymann und Spindelegger. Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Spindelegger haben am Montagabend ihr erstes "Kanzlerduell" im TV hinter sich gebracht.

Die beiden nutzten die Zeit auf Puls4 erwartungsgemäß, um ihre jeweiligen Botschaften an den Wähler zu bringen, wobei Spindelegger mehrmals bekräftigte, die Wirtschaft "entfesseln" zu wollen, während Faymann für seine Millionärssteuer warb. Der große Streit im Studio blieb aus - Spindelegger ließ sich etwa auf Nachfrage auch nicht dazu hinreißen, Faymann wie seine Parteifreundin Mikl-Leitner als "Lügenkanzler" zu bezeichnen. Zwar waren Faymann und Spindelegger bemüht, sich voneinander abzugrenzen, man verleugnete aber auch nicht die gemeinsamen Jahre der Zusammenarbeit, und so wurde auch unverhohlen geduzt.

Vermittelt wurden vor allem die bekannten Botschaften der vergangenen Wochen: Der ÖVP-Chef sprach beharrlich davon, die Wirtschaft "entfesseln" zu wollen (etwa durch eine Senkung der Lohnnebenkosten) und damit nicht die Großkonzerne, sondern primär den "Spenglereibetrieb mit 20 Mitarbeitern" zu meinen. Faymann wiederum warnte davor, die Wirtschaft "im falschen Sinn" zu begünstigen. Im Zusammenhang mit der Arbeitszeit-Diskussion meinte er, bei einer Reduzierung von Arbeitsschutzbestimmungen "mach ich nicht mit".

Faymann für Verlängerung der Bankenabgabe

Spindelegger wiederum ließ den Kanzler wissen, dass er nicht verstehe, warum der in dieser Wirtschaftssituation neue Steuern fordere. Dass Vermögenssteuern Arbeitsplätze zerstören, nannte Faymann einen "Unsinn". Er warb für eine Verlängerung der Bankenabgabe oder eine Millionärssteuer. Faymann vergaß auch nicht zu erwähnen, dass man in dieser Legislaturperiode schon vermögensbezogene Steuern mit der ÖVP gemeinsam beschlossen habe.

Ausgetauscht wurden auch die bekannten Positionen zu Ganztagsschule und Gesamtschule. Eine Kindergartenpflicht für Vierjährige will Spindelegger für jene "überlegen", die es brauchen. Faymann wäre dann für zwei Jahre Kindergartenpflicht, wenn es das Angebot an Betreuungsplätzen - auch qualitativ - gibt.

Einen kleinen Wettbewerb lieferten sich die beiden Spitzenkandidaten in Sachen Volksnähe: Nachdem Spindelegger einem jungen Zuschauer Tipps für die Jobsuche angeboten hatte, versprach Faymann einer Mindestsicherungsbezieherin, die sich schlecht behandelt fühlt, seine Telefonnummer.