Erstellt am 12. August 2015, 06:32

von Wolfgang Millendorfer

Esterházy gegen Land: Haydn als Zankapfel. Streit um Haydnfestspiele geht weiter. Offene Fragen auch in der Schloss-Causa und bei der Umfahrung Schützen.

Kein Vertrag. Landesrat Helmut Bieler und Intendant Walter Reicher (v.l) verweisen auf den hohen Stellenwert der Festspiele. Fotos: BVZ/LMS  |  NOEN, LMS

Mit dem möglichen Ende der Haydnfestspiele eröffnet sich ein weiterer Schauplatz im langjährigen Streit zwischen der Privatstiftung Esterházy und dem Land.

Nachdem Esterházy die Vertragsverhandlungen mit dem Verein der Haydnfestspiele abgebrochen hat, soll ab 2017 ein neuer Trägerverein das Klassik-Programm im Eisenstädter Schloss verantworten.

BVZ.at hatte berichtet:

Als Grund werden „politische Querelen“ genannt: Laut Esterházy sei das Verhandlungsklima durch das Land getrübt und die Haydnfestspiele in den Wahlkampf hineingezogen worden.

x  |  NOEN, Werner Müllner
Für Esterházy-Direktor Karl Wessely (Foto links) war „eine vernünftige Vertragsverlängerung mit dem stark parteipolitisch belasteten Verein der Haydnfestspiele nicht mehr möglich“.

Intendant Walter Reicher spricht von „jahrelanger Hinhaltetaktik mit dem Ziel, die Haydnfestspiele aus dem Schloss auszusperren.“

Ohne mehrjährigen Mietvertrag mache es keinen Sinn, die Festspiele fortzuführen, meint Kulturlandesrat Helmut Bieler, der auf den Esterházy-Generaldirektor abzielt: „Wir wollen auch nicht die Partner von Dr. Ottrubay sein und seine Vorstellungen verwirklichen.“

Eisenstadts Bürgermeister und ÖVP-Landesobmann Thomas Steiner ruft dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Umfahrung: Warten auf Verwaltungsgerichtshof

Zugleich wird aber vor Gericht auch die Verhandlung um Schäden am Schloss neu aufgerollt, in der Esterházy vom Land elf Millionen Euro fordert.

Ebenfalls eine Neuauflage könnte der Streit um die Umfahrung in Schützen am Gebirge bekommen. Hier wartet man auf eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes bezüglich einer möglichen Wiederholung der Umweltverträglichkeitsprüfung.