Erstellt am 05. Mai 2013, 13:48

EU wegen neuer Saatgut-Verordnung in der Kritik. Am Montag wird EU-Verbraucherschutz-Kommissar Borg den Entwurf für eine neue Saatgut-Verordnung präsentieren.

Dieser ist umstritten, eine von Global 2000 und Arche Noah initiierte Petition "Freiheit für die Vielfalt" wird auch von Agrarminister Berlakovich unterstützt. Die grüne EU-Mandatarin Lunacek fordert die EU-Kommission auf, sich nicht zum Handlanger der Saatgutkonzerne machen zu lassen.

"Die Landwirtschaft braucht keine Einheits-Pflanzen, sondern Vielfalt", so Lunacek am Sonntag. Das Argument der Kommission, das Saatgutrecht entbürokratisieren und an den weltweit wachsenden Bedarf an Nahrungsmittel besser anpassen zu wollen, sei bloß vorgeschoben. "Das Vorgehen der Kommission beweist vielmehr den Einfluss der großen Agrar- und Saatgutkonzerne", meint die Vizepräsidentin der Grünen im Europaparlament.

Die Gegner der Verordnung sehen freie Züchtungen und die Verfügbarkeit von Saatgut in Gefahr. Nach Ansicht der Grünen wendet sich der Vorstoß gegen kleinere Firmen, wenngleich ihnen Ausnahmeregelungen zugestanden werden sollen. "Laut Informationen über den morgen präsentierten Verordnungsvorschlag, wird die Kommission versuchen, die Industrie mit weiteren exklusiven Rechten auszustatten", sagt Lunacek. Das geschehe auf dem Rücken der Saatgutinitiativen.

Die EU-Kommission stellte bereits klar, dass Hobbygärtner von den neuen Regeln für Saatgut nicht betroffen sind. Die neuen Regeln würden ausschließlich für professionelle Akteure, wie beispielsweise Landwirte oder Gartenbaubetriebe, gelten, die pflanzliches Saatgut erzeugen.