Erstellt am 07. November 2011, 10:37

Eurogruppe befasst sich mit Krise in Athen. Unter dem Eindruck der Regierungskrise in Griechenland treffen einander am Montag in Brüssel die Finanzminister der 17 Euro-Länder.

Die unsichere Lage in dem hoch verschuldeten Land stellt die Pläne für internationale Finanzhilfen infrage. Weiteres Thema ist Italien. Das Land gilt angesichts der stockenden Umsetzung von Spar- und Reformbeschlüssen als Wackelkandidat in der Euro-Schuldenkrise.

Die Minister beraten zudem über den Beschluss des letzten Euro-Gipfels, die Mittel im Euro-Rettungsfonds mittels eines Finanzhebels wirkungsvoller einzusetzen. Weiters diskutieren sie Pläne, die wirtschaftspolitische Steuerung in der Euro-Zone zu stärken. Am Dienstag folgt ein Treffen der Finanzminister aller 27 EU-Länder.

Unterdessen hat Russland der kriselnden Eurozone erneut Hilfe in Aussicht gestellt. "Mit unseren Partnern Brasilien, Indien, China und Südafrika sind wir bereit, uns an den Rettungsbemühungen zu beteiligen", sagte Außenminister Sergej Lawrow am Montag in Moskau. Die fünf aufstrebenden Ökonomien (BRICS) gelten als wichtiger Faktor in der Weltwirtschaft.

Denkbar sei, die Hilfe über den Internationalen Währungsfonds (IWF) abzuwickeln, sagte Lawrow. Investitionen allein würden aber nicht ausreichen, betonte der russische Außenminister. Nötig sei vielmehr eine tiefgreifende Reform des IWF und des globalen Finanzsystems. Ein enger Berater von Kreml-Chef Medwedew hatte vor wenigen Tagen gesagt, Russland wolle bis zu zehn Mrd. Dollar (7,26 Mrd. Euro) in Euro-Ländern investieren.

IWF-Chefin Christine Lagarde wird zu Gesprächen in Moskau erwartet. Mit Medwedew will sie unter anderem über die Möglichkeit sprechen, einen Teil der Einnahmen aus dem russischen Ölexport in den Rettungsfonds der Eurozone zu investieren, sagte Lagarde in einem Interview mit der Zeitung "Kommersant". "Russland ist eins der wichtigen Mitglieder der G-20 und besitzt weltweiten Einfluss", betonte die neue IWF-Chefin. Von Russland will Lagarde am Dienstag nach China und Japan weiterreisen.