Erstellt am 26. April 2012, 02:46

Ex-Immofinanz-Chef Petrikovics im U-Ausschuss. Im parlamentarischen Korruptions-Untersuchungsausschuss muss heute der frühere Vorstandschef von Constantia Privatbank und Immofinanz, Karl Petrikovics, zum Verkauf der staatlichen Wohnbaugesellschaft Buwog an die Immofinanz aussagen.

Im Kern geht es heute um die Einweisungsrechte in Buwog-Wohnungen, auf die der damals zuständige Finanzminister Karl-Heinz Grasser verzichtete.

Zur Erklärung: Die Republik Österreich gewährte den Wohnbaugesellschaften in der Vergangenheit günstige Darlehen und hatte im Gegenzug das Recht, für frei werdende Wohnungen Mieter (z. B. Beamte) vorzuschlagen. Spannend wird auch die Aussage von Heinrich Traumüller, der Mitglied der Buwog-Vergabekommission und Kabinettschef von Grasser war. Er musste bereits vorgestern, Dienstag, den Abgeordneten Rede und Antwort stehen. Seine Aussagen, in denen er Grasser wortreich verteidigte, werden wohl nun mit den Zeugenaussagen vom gestrigen Mittwoch verglichen.

So hatte Traumüller die ursprüngliche Entscheidung der Vergabekommission, die CA IB mit der Verkaufsabwicklung zu beauftragen, damit begründet, dass in der - letztendlich dann doch nicht entscheidenden Kommissionssitzung - eine starke patriotische Stimmung herrschte. Der damalige wie jetzige Buwog-Geschäftsführer Gerhard Schuster wiederum erklärte am Mittwoch den dann über Nacht erfolgten Wechsel zum internationalen Investmenthaus Lehman Brothers damit, dass die Befürworter von Lehman wohl die internationale Ausrichtung des Investmenthauses goutierten.