Erstellt am 20. Juni 2012, 04:00

Ex-Minister Strasser im U-Ausschuss. Mit einer prominenten Auskunftsperson kann am Mittwoch der parlamentarische Korruptions-Untersuchungsausschuss aufwarten: Gleich in der Früh wird Ex-Innenminister Strasser erwartet.

Es geht um die Causa Blaulichtfunk, ein Projekt, das unter Strasser neu vergeben worden war. Der Ex-Minister hat stets alle Korruptions-Vorwürfe zurückgewiesen. Strasser hatte 2003 die Errichtung eines neuen, digitalen Polizeifunksystems nach einem bereits erfolgten Zuschlag an das Konsortium Mastertalk (Projekt Adonis) wegen angeblicher technischer Mängel noch einmal ausgeschrieben. Zum Zug kam dann das Konsortium Tetron rund um Motorola, Alcatel und den Lieferanten Telekom Austria. Obwohl laut Innenministerium Mastertalk nicht ordnungsgemäß lieferte, wurde dem Konsortium von der Republik fast 30 Mio. Euro Schadenersatz gezahlt.

Im Raum steht der Verdacht von Geldflüssen. Bei der Neuvergabe des Projekts soll es nämlich zu Zahlungen von bis zu 4,4 Mio. Euro an den Lobbyisten Alfons Mensdorff gekommen sein; 1,1 Mio. Euro sollen von der Telekom, bis zu 2,6 Millionen Euro von Motorola und 720.000 Euro von Alcatel gekommen sein. Mensdorff weist jegliche Korruptionsvorwürfe zurück.

Neben Strasser sollen am Mittwoch der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Herbert Anderl, und sein Vorgänger Erik Buxbaum aussagen. Geladen sind außerdem Mastertalk-Geschäftsführer Hansjörg Tengg sowie Wolfgang Peschorn von der Finanzprokuratur.