Erstellt am 14. Januar 2013, 11:55

Experten fordern Diskussion zur Sprachförderung. Nach dem jüngsten Schlagabtausch zwischen Integrationsstaatssekretär Kurz und Unterrichtsministerin Schmied hat der Expertenrat für Integration am Montag in einer Aussendung einer differenzierten Diskussion zur schulischen Sprachförderung eingefordert.

Die Sprachförderung dürfe "nicht zu einem kurzlebigen, parteipolitisch besetzen Thema hochstilisiert werden", heißt es in dem Schreiben. Die Wissenschafter betonen, dass schulische Sprachförderung nicht nur Schüler mit nicht-deutscher Muttersprache, sondern "ALLE Kinder betrifft, die für eine schulische Kommunikation und Verständigung noch nicht ausreichend Deutsch sprechen". Je früher mit der Sprachförderung begonnen werde, umso besser, verweisen die Forscher auf die wichtige Rolle des Kindergartens. Auch Mehrsprachigkeit müsse in einer umfassenden Konzeption berücksichtigt werden.

Zusätzlich sollen auch "international erprobte Modelle" wie Spezialmodule und Sommerkurse für Schüler, die erst nach der Volksschule als Quereinsteiger in das österreichische Schulsystem eintreten, erwogen werden. Außerdem fordern die Experten die Berücksichtigung von unterschiedlichen regionalen Voraussetzungen - so gebe es im ländlichen Raum mit seinen Dialekten möglicherweise andere Deutschkenntnisse und -kompetenzen als in der Stadt mit einer hohen Konzentration an Kindern nicht-deutscher Muttersprache.

"Es gibt also kein einziges 'one size fits all' Modell", betonen die Forscher. Ein modulares System würde hingegen ermöglichen, auf die individuellen Bedürfnisse und Vorqualifikationen der Schüler Rücksicht zu nehmen. Fördermaßnahmen müssten "mittel- und langfristig konzipiert werden", betonen die Wissenschafter.