Erstellt am 06. Mai 2013, 13:29

Experten rechnen mit Rückenwind für ÖVP. Die Salzburger Landtagswahl dürfte für die Bundes-ÖVP Rückenwind für die Nationalratswahl im September bringen.

Davon gehen der Meinungsforscher Wolfgang Bachmayer (OGM) sowie der Innsbrucker Politikwissenschaftler Ferdinand Karlhofer aus. Die bisherigen Ergebnisse des "Superwahljahres" würden der ÖVP vor allem parteiintern nützen, sagte Bachmayer.

Die unmittelbare Folge aus den Wahlgängen in Salzburg und davor in Kärnten und Tirol werde sein, dass die ÖVP mit gestiegenem Selbstbewusstsein und mit einem dementsprechenden Auftreten in den Wahlkampf im Herbst gehen werde, sagte Karlhofer. Er geht davon aus, dass sich der Ton im Nationalrats-Wahlkampf aufgrund der schlechten SPÖ-Ergebnisse in Tirol und Salzburg verschärfen wird.

Bachmayer verwies darauf, dass die ÖVP vor allem von der niedrigen Erwartungshaltung im Vorfeld aller Urnengänge im heurigen Jahr profitiert hat. Der Gewinn der Bundesheer-Befragung im Jänner sei für die ÖVP ein "enorm wichtiger Auftakt für Wahljahr 2013" gewesen, so Bachmayer. In weiterer Folge sei der Partei "vieles besser gelungen als erwartet". Bei der Landtagswahl in Kärnten war mit weitaus heftigeren Verlusten für die ÖVP gerechnet worden. Das Minus in Niederösterreich für die ÖVP sei angesichts der Absoluten vernachlässigbar.

Die SPÖ habe sich schon mit der Wehrpflicht-Volksbefragung ein "Eigentor" geschossen, sagte Bachmayr. Nach dem Erfolg in Kärnten gebe es für die Kanzlerpartei nun mit den Ergebnissen aus Tirol und Salzburg wieder "Gegenwind". Man dürfe aber nicht vergessen, dass die SPÖ"immer eine gute Wahlkampfpartei" gewesen sei, betonte er.

Bachmayer glaubt nach der Landtagswahl in Salzburg an eine Neuauflage der Koalition zwischen Rot und Schwarz unter geänderte Machtverhältnissen. Für wenig wahrscheinlich hält eine Regierungsbeteiligung der Grünen - er sprach von "Schwarz-Grünen Koalitions-Phantasien". Karlhofer hält es nicht für ausgeschlossen, dass sich Rot und Schwarz die Grünen mit ins Boot holen - quasi einen "Dritten mit weißer Weste".