Erstellt am 16. Januar 2014, 10:47

Faymann erwartet breite SPÖ-Zustimmung für Freund. Die Gremien der SPÖ sind am Donnerstag im Parlament in Wien zusammengetreten, um den pensionierten ORF-Journalisten Eugen Freund zum Spitzenkandidaten für die EU-Wahl zu küren.

Bundeskanzler und Parteichef Faymann erklärte vor Sitzungsbeginn, er rechne mit "breiter Zustimmung" für Freund. Offiziell präsentiert wird er in einer Pressekonferenz nach dem Parteivorstand.

Schieder: Auch Adler und Vranitzky seien "Neueinsteiger" gewesen

Mehr wollte Faymann vor der parteiinternen Abstimmung nicht sagen. Auskunftsfreudiger gaben sich Bundesgeschäftsführer Darabos und Klubobmann Schieder. Darabos sieht Freund nicht als "Promi", sondern als "Fachmann gepaart mit Bekanntheit", der für die Position bestens geeignet sei. Freund sei damit auch "ein Angebot an die Wähler, die ein Stück des Weges mit uns gehen wollen".

Schieder rühmte Freund als erfahrenen Journalisten und Weltbürger, und die Kritik an politischen Quereinsteigern wollte er nicht gelten lassen. Schließlich seien auch Victor Adler und Franz Vranitzky einst "Neueinsteiger" gewesen. Sowohl Schieder als auch Darabos äußerten sich positiv zum Vorschlag Freunds, die Delegationsleitung weiter Jörg Leichtfried zu überlassen.

Häupl scheint sich parteiintern sicher: "Es wird eine Mehrheit geben"

Letzterer wollte zu Fragen zu seiner persönlichen Enttäuschung, nicht Spitzenkandidat werden zu dürfen, nichts sagen. Die SPÖ sei jedenfalls bestens aufgestellt, und er sei für einen Wahlsieg zuversichtlich.

Die Frage, was Freund denn besser könne als die anderen, beantwortete Wiens Bürgermeister und Landesparteichef Michael Häupl mit entwaffnender Offenheit. "Ganz einfach, er ist einfach bekannter dank ORF", sagte er.

Der Ex-Journalist sei aber auch ein ausgesprochener Fachmann in internationaler Politik. Zum Ausmaß der parteiinternen Unterstützung meinte Häupl lediglich: "Es wird eine Mehrheit geben."