Erstellt am 25. Juni 2011, 17:45

Fekter macht Druck für europäische Ratingagentur. Finanzministerin Fekter unterstützt die Bemühungen um die Schaffung einer europäischen Ratingagentur.

Finanzministerin Fekter unterstützt die Bemühungen um die Schaffung einer europäischen Ratingagentur. Im Gespräch mit der APA forderte sie am Samstag "faire Zahlen" bei der externen Risikobewertung. "Nur über den großen Teich betrachtet stellt sich Europa unter Umständen nicht so dar, wie es ist", kritisierte sie die dominierenden US-geprägten Ratings.

Der zuletzt erfolgte Reformschub bei der Kapitalmarkt-Kontrolle müsse sich bei der Risikobewertung wiederfinden. Fekter hält es für gerechtfertigt, die Initiative für eine europäische Agentur in Frankfurt zu unterstützen. "Mein Beitrag ist, dass ich es begrüßen würde, wenn der österreichische Kapitalmarkt sich an dieser Initiative beteiligt und das aktiv positiv unterstützt."

Für die Finanzministerin liegt das Problem darin, dass Risikobewerter wie Standard & Poor's, Moody's und Fitch prozyklisch bewerten. "Wenn die Märkte stabil sind, ist alles gut. Da sind die Ratingbewertungen rosarote Wolken und viel zu positiv. Wenn der Wind schärfer wird, sind sie sofort apokalyptisch und viel zu negativ. Das hat zu Fehlentscheidungen vor und während der Krise geführt." Es sei "keine optimale Entwicklung", dass es bei Bilanzierung und Rechnungslegung eine immer stärkere Abkehr von kaufmännischen Bewertungsgrundsätzen und eine Annäherung an amerikanische Standards gegeben habe.

Auf europäischer Ebene sei auf die Krise reagiert worden. Man habe den Kapitalmarkt neu reguliert, und Aufsichtsinstitute und -instrumente sowie neue Stabilitätsmechanismen geschaffen. "Die Rahmenbedingungen existieren, sie sind europäisch gut aufgesetzt. Daher ist es unser ureigenstes Interesse, das unsere Regeln in die Bewertung der Ratings einfließen", sagte Fekter. Sie gab sich zuversichtlich, dass sich auch die US-Agenturen dem künftig nicht verschließen können.