Erstellt am 23. Mai 2012, 07:30

Fery Sauerzopf - Verhinderter Landeschef. 8O. GEBURTSTAG FERY SAUERZOPF / Der Mattersburger Fery Sauerzopf sorgte für zahlreiche Schlagzeilen in seiner Polit-Karriere.

Inmitten der SPÖ-Granden: Fery Sauerzopf mit Landesfürst Theodor Kery (»Im letzten Jahr vor seinem Rücktritt hat er mich respektiert und akzeptiert«) und Altkanzler Bruno Kreisky. FOTOS: PRIVAT  |  NOEN
VON MARKUS STEFANITSCH

Der Mattersburger Alt-Landeshauptmannstellvertreter Franz „Fery“ Sauerzopf feierte vergangene Woche seinen 80. Geburtstag. Um sein gesamtes (politisches) Leben nur annähernd abzubilden, müsste man wohl ein Buch schreiben.
Neben zahlreichen positiven Errungenschaften für das Burgenland (Sauerzopf-Milliarde, Thermentourismus, KRAGES, Technologiezentren und Fachhochschule) gelangte der ÖVP-Politiker vor allem durch zwei spektakuläre Ereignisse zu österreichweiter Berühmtheit:

Rücktritt im Jahre 1982 im Zuge der „WBO-Affäre“, wo er aus Rücksicht auf die Partei die Reißleine gezogen hatte. „Wobei ich nie etwas Unrechtes getan hatte und alle Gerichte mich vollständig rehabilitiert haben“, erinnert sich Sauerzopf.

Die „Nicht-Wahl“ zum Landeshauptmann: Die ÖVP brach 1987 (nach dem Politcomeback von Sauerzopf) die absolute Mehrheit von SPÖ-Landeshauptmann Theodor Kery. Nach der Wahl beschloss Sauerzopf mit der FPÖ einen Pakt - mit der Zusage von Jörg Haider. Die Wahl von Sauerzopf zum Landeschef sollte nur noch Formsache sein. Allerdings fiel FPÖ-Mann Gregor Munzenrieder um und aufgrund des Wahlrechtes wurde Hans Sipötz wegen der SPÖ-Mehrheit im Landtag zum Landeshauptmann gekürt.
Heute nimmt es Sauerzopf gelassen: „Wäre ich damals Landeshauptmann geworden, wäre ich wahrscheinlich gesundheitlich nicht mehr so fit wie jetzt“, schmunzelt der Alt-Politiker.
In der aktuellen Politik fehlen ihm die Persönlichkeiten ebenso wie die wirklichen Ideologien in den Parteien.