Erstellt am 18. März 2014, 12:39

FH-Sektor: Ausbau und Finanzierung gefährdet. Um die Erfolgsgeschichte des österreichischen FH-Sektors fortführen zu können, braucht es klare und verbindliche Zusagen von der Politik.

Dynamisches Wachstum des Fachhochschul-Sektors ab dem Jahr 2015, als auch die Abdeckung des bisherigen, seit der letzten Erhöhung der Fördersätze im Jahr 2009 entstandenen Inflationsverlustes ab dem Jahr 2014 für die Studienplatzförderung werden sowohl von der Fachhochschulkonferenz (FHK) als auch der FH St. Pölten als wesentlichste Forderungen für die Weiterentwicklung des tertiären Bildungssektors erachtet.
 
„Dass es trotz klarer Beschlüsse der Politik für einen weiteren Ausbau der Fachhochschulen und für eine Abdeckung des Inflationsverlustes der vergangenen Jahre noch immer keinen Plan und keine Finanzierungszusage durch BM Mitterlehner gibt, gefährdet die weitere Zukunft und Entwicklung des gesamten FH-Sektors. Deshalb stehen wir vollinhaltlich hinter den Forderungen der FHK für eine Abgeltung der Teuerung und einen konkreten Ausbauplan“, sagt FH-Geschäftsführer Gernot Kohl.

Politische Beschlüsse für die FH

Im Arbeitsprogramm der österreichischen Bundesregierung für die Jahre 2013 bis 2018 („Erfolgreich. Österreich.“) wurden die Erhöhung der Fördersätze und der Ausbau auf 50.000 Fachhochschulplätze im Rahmen des zukünftigen Fachhochschulentwicklungs- und -finanzierungsplans festgelegt.
 
Der Ministerratsbeschluss zur Medizinischen Fakultät der Universität Linz vom 13. August 2013, welcher am 15. Jänner 2014 erneuert wurde, sieht im Zuge der Bedingungen für die Errichtung der neuen Fakultät insbesondere
  • ein dynamisches Wachstum des Fachhochschul-Sektors ab dem Jahr 2015
  • sowie eine Abdeckung des bisherigen Inflationsverlustes ab dem Jahr 2014 für die FH-Studienplatzförderung vor.

 
Missverhältnis bei der Aufteilung der € 1,6 Mrd. für den Hochschulsektor

Auf die Fachhochschulen sollen laut Bundesminister Mitterlehner von den insgesamt € 1,6 Mrd. nur € 62 Mio. für den Ausbau der Studienplätze entfallen, was lediglich 3,9 Prozent des Gesamtbetrages entspricht.
 
Die Fachhochschulen tragen jedoch einen weitaus größeren Anteil am Hochschulsektor:
  • 14 Prozent aller Studierenden in Österreich,
  • 25 Prozent aller AbsolventInnen pro Jahr sowie
  • 44 Prozent der jährlichen AbsolventInnen im Bereich der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.
 
Den Universitäten sollen allein für die Abgeltung der Teuerung € 615 Mio. zur Verfügung stehen – das entspricht dem 2,5-fachen des Budgets für die Fachhochschulen. Eine Abgeltung der Teuerung ist für die Fachhochschulen nicht vorgesehen. Dafür wären aber € 150 Mio. (€ 30 Mio. pro Jahr) für die 21 Fachhochschulen notwendig. Die von der FHK geäußerten finanziellen Forderungen sind daher essentiell, um die qualitativen Standards im Fachhochschulsektor aufrechterhalten zu können.