Erstellt am 12. September 2012, 13:11

Finanzmärkte reagierten erleichtert auf ESM-Urteil. Die Finanzmärkte haben am Mittwoch mit großer Erleichterung auf das Urteil des deutschen Bundesverfassungsgerichts zum Rettungsfonds ESM reagiert.

Von der insgesamt gestiegenen Risikoneigung profitierte der Euro, die Anleihen der Euro-Krisenländer und die Rohstoffpreise. Die als sicher geltenden deutschen Anleihen gerieten hingegen unter Verkaufsdruck. Das deutsche Bundesverfassungsgericht hatte am Vormittag den Euro-Rettungsschirm ESM unter Vorbehalten genehmigt. Es müsse sichergestellt werden, dass die Haftung Deutschlands auf die vereinbarten 190 Mrd. Euro beschränkt bleibe. Das Urteil sei zwar "grundsätzlich von den Märkten erwartet worden", sagte Ulrich Wortberg, Finanzmarktexperte bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). "Die freudige Reaktion an den Märkten erklärt sich dadurch, dass viele Marktteilnehmer ein Restrisiko einer Ablehnung gesehen haben."

Der Eurokurs stieg nach der Entscheidung auf ein Tageshoch von 1,2928 Dollar. Das ist der höchste Stand seit Mitte Mai. Im frühen Handel hatte der Euro zeitweise nur 1,2816 Dollar gekostet. Bereits am Dienstag war der Euro um fast einen Cent gestiegen. Der Euro hat laut Wortberg noch Aufwärtspotenzial, da eine mögliche weitere geldpolitische Lockerung in den USA den Dollar weiter schwächen dürfte.

Die Staatsanleihen der Krisenländer Italien, Spanien, Irland, Portugal und Griechenland reagierten mit steigenden Kursen und fallenden Renditen auf die Entscheidung. Die Begrenzung der deutschen Haftungssumme spielt laut Wortberg hingegen an den Märkten kaum eine Rolle. "Schließlich hat die Europäische Zentralbank (EZB) angekündigt die Rettungsfonds durch Anleihekäufe zu flankieren."

Die als sicher geltenden deutschen Staatsanleihen gerieten hingegen stark unter Druck. Der für den Staatsanleihemarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future fiel um 0,58 Prozent auf 139,56 Punkte. Auch die Anleihen anderer Kernländer wie Frankreich, Österreich, Niederlande gerieten unter Druck.