Erstellt am 18. August 2011, 11:13

Finanzminister kritisiert Schmieds Kostenplanung. Das Finanzministerium hat in einer nun veröffentlichen Stellungnahme zum Gesetzesentwurf für die Modulare Oberstufe zwar das Bestreben begrüßt, Klassenwiederholungen und damit die Kosten für das Schulsystem zu reduzieren. Gleichzeitig hat das Ressort Kritik an der Finanzplanung des Unterrichtsministeriums geübt.

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Es fehle "eine solide Basis, um die Kosten des geplanten Vorhabens zu beurteilen".

Die Modulare Oberstufe soll bis 2016 an allen 800 AHS-Oberstufen und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) ab der 10. Schulstufe eingeführt werden und die Zahl der Klassenwiederholungen deutlich reduzieren. Dabei wird der Stoff in mindestens zwei Module pro Semester unterteilt, wobei ein negativ absolviertes Modul im nächsten bzw. übernächsten Semester ausgebessert werden kann. Erst ab zwei bzw. in Ausnahmefällen drei negativen Modulen muss die Klasse wiederholt werden.

Die Ankündigung von Unterrichtsministerin Schmied, wonach die Umstellung auf ein Kurssystem kostenneutral möglich sein soll, "wird nicht mit quantitativem Datenmaterial (Mengen- und Preisgerüst) untermauert, und entspricht daher nicht den Richtlinien für Ermittlung und Darstellung finanzieller Auswirkungen" von Gesetzesmaßnahmen, heißt es in der Stellungnahme. So fehlen laut Finanzressort Eckdaten wie die Zahl der betroffenen Schüler und die Mittel, die für sie ausgegeben werden, sowie Zahl der Repetenten und die Ausgaben für diese.

Der Landesschulrat von Tirol weist ebenfall darauf hin, dass die Einsparungen geringer ausfallen dürften als vom Unterrichtsministerium angeben, da eine geringere Zahl von Repetenten nicht automatisch weniger Klassen oder Gruppenteilungen mit sich bringe. Gleichzeitig warnt der Landesschulrat, dass durch Umschichtungen allein verstärkte individuelle Förderung "sicher nicht erreicht werden kann", dasselbe gelte für Zusatzangebote für Begabte. Der Landesschulrat schlägt daher eine Anhebung der Werteinheiten um fünf Prozent vor.