Erstellt am 27. Oktober 2015, 11:11

von APA/Red

ÖVP Burgenland sieht bei Integration das Land gefordert. Angesichts der massiven Flüchtlingsbewegungen und der Zunahme der Asylsuchenden sieht die ÖVP Burgenland bei ihrer Integration die Republik, aber auch das Land gefordert.

ÖVP Burgenland-Landesgeschäftsführer Christoph Wolf  |  NOEN, ÖVP Burgenland
Zentrale Punkte bilden für die Volkspartei Sprachförderung, die Zulassung zum Arbeitsmarkt und ein Bekenntnis zur gemeinsamen "österreichischen Leitkultur", erläuterte ÖVP-Landesobmann Thomas Steiner am Dienstag in Eisenstadt.

Sprachförderung sei vor allem für junge Flüchtlinge wichtig - etwa durch ein zweites Kindergartenjahr "für Kinder die es unbedingt brauchen", so Steiner. Es sei notwendig, die Sprachkenntnisse und das Sprachniveau jedes einzelnen Asylsuchenden festzustellen.

Kommen Kinder während des Schuljahres nach Österreich, sollten für sie Vorbereitungsklassen eingerichtet werden. Dort sollen sie einen "Crashkurs in Deutsch" bekommen, damit sie die Integration in der Schule besser schaffen, empfahl der ÖVP-Obmann.

Die Volkspartei fordere für Flüchtlinge mit anerkanntem Asylstatus die Zulassung zum Arbeitsmarkt. Hier brauche es "eine durchgängige Feststellung der Qualifikation", meinte Steiner.

Wolf: "Integration ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe"

Für ÖVP-Landesgeschäftsführer Christoph Wolf ist Integration gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ein wichtiger Punkt sei die Mithilfe durch Private, die man unterstützen müsse: "Es geht darum, dass Privatpersonen Flüchtlinge an der Hand nehmen und ihnen zeigen, wie in Österreich unser Alltag funktioniert", zum Beispiel das Einkaufen.

Aus Sicht der ÖVP ist es notwendig, all jenen, die in Österreich bleiben, "unsere österreichischen Werte und Grundsätze" vermitteln. Eine "Leitkultur", die etwa das Bekenntnis zur Demokratie, zur Gleichberechtigung der Frau und zur Trennung von Kirche und Staat umfasse, sei dabei ein wichtiger Aspekt, der mitgegeben werden müsse. Menschen, die sich dieser "europäischen Leitkultur" verweigern, sollten kein Aufenthaltsrecht haben, sagte Steiner.

"Grenzzäune sind Symbol des Versagens"

Der ÖVP-Chef betrachtet Grenzzäune als "ein Symbol des Versagens der europäischen Politik". Man habe es jahrelang versäumt, eine europäische Integrationspolitik zu machen. Auch die Kontrolle und Registrierung der Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen sei "einfach versäumt" worden. Europa müsse "das gesamte Rechtssystem in der Asyl- und Migrationspolitik neu aufsetzen"