Erstellt am 18. November 2015, 05:23

von Wolfgang Millendorfer und Alexandra Gollubics-Prath

Flüchtlings-Wohnprojekt „gerettet“. Förder-Auflagen verhinderten gemeinsames Projekt von OSG und Diakonie. Jetzt wurde eine Alternative gefunden.

 |  NOEN, Erwin Wodicka
Die Pläne waren bereits ausgearbeitet, mussten aber verworfen werden: Wie im Zuge einer Info-Veranstaltung zur Flüchtlingsunterbringung in Oberwart bekannt wurde, stoppten die Auflagen der Wohnbauförderung ein gemeinsames Projekt von Diakonie und Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG).

Sieglinde Pfänder, Geschäftsführerin der Diakonie im Burgenland: „Wir hatten vom Land den Auftrag, 40 bis 80 Flüchtlinge unterzubringen und haben nach leer stehenden Wohnungen der OSG gesucht. Als die OSG dann aber Rücksprache mit dem Land gehalten hat, hieß es auf einmal, das sei nicht möglich aufgrund der Wohnbauförderungsgelder, die sozusagen in den Wohnungen stecken.“

Haus-Sanierung bringt Familien-Wohnungen

Die zuständige Stabsstelle des Landes verweist hier auf das einstimmig beschlossene Gesetz: Geförderte Wohnbauten stehen demnach nur „förderungswürdigen Personen“ zur Verfügung. Diese dürfen laut Definition nicht „zu viel verdienen“ und müssen seit zwei Jahren in das Sozialsystem eingezahlt haben.

Eine Lösung kündigte nun OSG-Geschäftsführer Alfred Kollar im Gespräch mit der BVZ an: In Kürze sollen die Verträge für den Ankauf eines Wohnhauses in Oberwart unterzeichnet werden, das im Zuge seiner Sanierung rund zwei Jahre lang für Flüchtlingsfamilien zur Verfügung stehen wird.

Konkret geht es um bis zu zehn Wohnungen, die nach der Innen-Sanierung schon bald bezogen werden könnten. „In diesem Fall würden die Auflagen für die Wohnbauförderung nicht gelten“, zeigt sich Kollar zuversichtlich, dass das Projekt mit der Diakonie doch bald umgesetzt werden kann.