Erstellt am 05. September 2015, 15:07

von APA/Red

Darabos: Wut auf ungarische Politik. "Wut auf die ungarische Politik" artikulierte Burgenlands Soziallandesrat Norbert Darabos (SPÖ), der sich in der Erstaufnahmehalle am Nova Rock-Gelände einen Überblick über die Lage verschafft hat.

Landesrat Norbert Darabos unterstützt die Bundes-Pläne: »Wir haben als Länder auch eine Bringschuld.« Bis Ende August sollen nun 600 neue Asylplätze im Burgenland geschaffen werden. Foto: Müllner  |  NOEN, Müllner
Seine Gefühle seien ambivalent. "Einerseits bin ich sehr stolz auf die Hilfsbereitschaft und auf die Menschen, die hier helfen." Andererseits kritisierte er das Verhalten der ungarischen Politik.

"Widerspricht jeden europäischen Gedanken

"Das widerspricht jedem humanitären und europäischen Gedanken", sagte Darabos am Samstag im Gespräch mit über das Vorgehen der ungarischen Behörden. "So wie die letzten Tage abgelaufen sind, ist das völlig inakzeptabel. Man müsse die europäische Solidarität nicht nur im Sonntagsfrieden einfordern, sondern auch umsetzen. Hier wird noch Überzeugungsarbeit nötig sein."

Als Verteidigungsminister habe er viele Flüchtlingslager besucht. "Natürlich ist das dort eine andere Situation, aber die Menschen, die hier eintreffen, machen einen vergleichsweise gefassten Eindruck. Ich habe in Gesprächen Dankbarkeit festgestellt. Hier in Nickelsdorf gehe es primär darum, erst einmal humanitäre Hilfe zu leisten.

Diözese Eisenstadt schafft Notunterkünfte

Angesichts der Situation stellt die Kirche kurzfristig weitere Notquartiere zur Verfügung, berichtete indes Kathpress. "Die Diözese Eisenstadt kann zur Stunde Notunterkünfte für rund 30 Personen spontan schaffen", sagte Markus Zechner, diözesaner Koordinator für die Flüchtlingsunterbringung. Bischof Ägidius Zsifkovics bot außerdem Gästezimmer im Bischofshaus als Notquartiere an.