Erstellt am 07. September 2016, 07:51

von Wolfgang Millendorfer

Ein Jahr nach der Krise. Zum Jahrestag der Flüchtlingskrise erinnert die Politik an Solidarität und frühere Forderungen. Es gibt auch Kritik.

Flüchtlingsströme. Vor einem Jahr fuhren Sonderzüge am Bahnhof Nickelsdorf ab.  Foto: Martin Reiter  |  Martin Reiter

10.000 Menschen passierten allein am ersten September-Wochenende des Vorjahres die Grenze bei Nickelsdorf. Im Lauf der folgenden Monate sollte der Flüchtlingsstrom, der über Burgenlands Grenzen in Richtung Wien und Deutschland führte, Einsatzkräfte, Politik und Bevölkerung in Atem halten.

 

Der Beginn der Flüchtlingskrise ging auch im Burgenland einher mit einer Welle der Solidarität, wie Soziallandesrat Norbert Darabos (SPÖ) nun zum Jahrestag erinnerte: „Ich war überwältigt von der Hilfsbereitschaft. Nur durch das professionelle Krisenmanagement der Einsatzorganisationen konnte der Flüchtlingsstrom so gut bewältigt werden.“ Das Land hatte aber auch mit der Asylquote zu kämpfen. Aktuell sind im Burgenland – in 99 von 171 Gemeinden – rund 2.760 Asylwerber untergebracht, die Quote wird zu 98 Prozent erfüllt.

Seit der Krise sind auch Grenzkontrollen Realität. „Alles, was wir schon lange gefordert hatten, hat heute europaweit Gültigkeit“, betont Landeshauptmann Hans Niessl in diesem Zusammenhang.

Scharfe Kritik kommt von Regierungspartner FPÖ. So seien laut Anfrage im Nationalrat heuer bereits an die 130.000 illegale Personen in Österreich aufgegriffen worden, davon mehr als 4.000 im Burgenland. Für Landesvize Hans Tschürtz scheint die Obergrenze daher bereits erreicht: „Die Bundesregierung hält die Bevölkerung am Zahlen-Schmäh“, fordert Tschürtz ein wöchentliches Monitoring und „lückenlose Grenzkontrollen“.

Was Asylwerber und Asylberechtigte betrifft, verweist Landesrat Darabos indes auf Maßnahmen für ein „menschliches“ Miteinander: „Die Unterbringung ist die eine Sache, eine andere ist die langfristige Integration in die Gesellschaft.“