Erstellt am 02. September 2014, 09:26

von APA Red

Forstwege für Mountainbiker öffnen?. Rund 2.500 Kilometer lang ist derzeit das Radwegenetz im Burgenland. Mit etwa 350 Kilometern führen Mountainbike-Strecken im Vergleich geradezu ein Schattendasein, argumentieren die Naturfreunde und fordern die allgemeine Öffnung der Forstwege für Radfahrer.

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Bei den Esterhazy Betrieben, dem größten privaten Waldbesitzer im Burgenland, hält man die generelle Freigabe hingegen nicht für praktikabel.

"Wir denken dabei in erster Linie an die Forststraßen", sagte Naturfreunde-Landesgeschäftsführer Richard Gartner. Diese seien in der Regel breit genug und auch gut genug ausgebaut, um soviel Platz zu bieten, dass sich sowohl Wanderer als auch Mountainbiker dort bewegen können, "wenn sich alle an die Spielregeln halten."

Großes Netz auf einen Schlag

Er wisse, dass es sehr wohl Diskussionen gebe, wenn Mountainbiker mit Grundeigentümern oder Jägern im Wald zusammenträfen - momentan noch zurecht, weil es keine rechtliche Grundlage gebe, so Gartner. Ein Vorteil der Öffnung wäre: "Man hat auf einen Schlag ein großes Netz. Der Mountainbike-Sport liegt im Trend. Es wird viel gefahren. Das ist ein Faktum."

"Mit den Fair Play-Regeln für Mountainbiker , die wir vorschlagen, sind wir davon überzeugt, dass es ein Miteinander geben kann, wo man Konflikte und gefährliche Situationen weitestgehend ausschließen kann. Eine hundertprozentige Sicherheit hat man nie", erläuterte Gartner. Seitens der Naturfreunde sei man bestrebt, die Ausübung dieses Freizeitsports in Bahnen zu bekommen, "wo die Leute, die unterwegs sind, nicht mehr am Rande oder jenseits der Legalität ihrem Sport nachgehen."

Generelle Freigabe nicht praktikabel 

Bei den Esterhazy Betrieben, die im Burgenland über ein weitläufiges Forststraßennetz im Burgenland verfügen, zeigte man sich bezüglich einer völligen Öffnung skeptisch: "Eine generelle Freigabe ist nicht praktikabel und auch nicht sinnvoll", erklärte der Leiter des Esterhazy-Forstbetriebes, Peter Fischer. Dabei gehe es vorrangig um ein Sicherheitsthema.

"Wir sind einer der größten Forststraßengeber für vereinbarte Mountainbike-Routen", so Fischer. Auf Forststraßen gebe es gewisse Benützungszeiten wegen des Jagdbetriebes und der Holzernte, was notwendig sei: "Wir müssen Sorge dafür tragen, dass die Sicherheit gewährleistet ist." Forststraßen seien auch Arbeitsplatz und Lagerplatz für Holz. "Haftungsmäßig liegt alles beim Grundeigentümer", argumentiert Fischer.

Erweiterung des Netzes würde Trend zum Radfahren Rechnung tragen

Man sei "gerne bereit", über sinnvolle Strecken zu sprechen. Auch die Zusammenarbeit mit der Arge Mountainbike sei wieder verlängert worden: "Das sind Strecken, die wir in der Lage sind, laufend zu kontrollieren."

Grundsätzlich stehe man einer Erweiterung des Mountainbikenetzes positiv gegenüber, hieß es aus dem Büro von Tourismuslandesrätin Michaela Resetar (ÖVP). Man müsse sich natürlich die jeweiligen Gegebenheiten anschauen. In den vergangenen Jahren sei Radfahren immer mehr zum Trend geworden. Deswegen habe man auch versucht, das Streckennetz auszubauen. Das Burgenland arbeite dabei mit der Arge Niederösterreich-Süd Alpin zusammen, welche die Mountainbike-Strecken verwalte und die Verträge mit den Grundeigentümern abschließe.

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