Erstellt am 30. Oktober 2012, 13:41

Forderung nach täglicher Turnstunde wird lauter. Die Bundes-Sportorganisation (BSO), der Dachverband des österreichischen Sports, fordert eine tägliche Turnstunde im Kindergarten, in der Volksschule und in allen anderen Schultypen.

"Wir wollen den Stellenwert des Sports in der Gesellschaft erhöhen", sagte ÖSV-Präsident Schröcksnadel am Dienstag. Eine Unterschriftenaktion der Initiative ist bisher von 70.000 Österreichern unterstützt worden. Immer weniger Kinder interessieren sich für Sport, mangelnde Bewegung ist die Ursache für viele Krankheitsbilder. "Lifestyle-Erkrankungen wie Erwachsenen-Diabetes und Bluthochdruck steigen", sagte Peter Schober, Vorsitzender der Ethikkommission der Nationalen Anti-Doping Agentur. Durch Bewegung werde Stress abgebaut und Selbstbewusstsein aufgebaut.

Auch auf die Konzentrationsfähigkeit der Kinder habe Sport Einfluss, meinte Werner Schwarz, Direktor eines Gymnasiums, der auch die Initiative Vital4Brain, ein Bewegungsprogramm für Schüler, ins Leben gerufen hat. "Sport kann in der Schule wirklich helfen, die Kinder gescheiter zu machen", betonte Schwarz. Das Gehirn werde besser durchblutet und wie ein Muskel durch Bewegung stärker.

"Sport stellt außerdem einen erheblichen Wirtschaftsfaktor dar, vor allem im Wintersport ", ergänzte Schröcksnadel. Da sich die Kinder immer weniger für Bewegung interessieren, fehle der Nachwuchs. "Die Potenziale des Samples werden geringer", meinte auch ÖFB-Präsident Leo Windtner. "Wir bieten den Schulen Kooperationen mit Sportverbänden an", sagte Windtner. Die meisten Volksschullehrer hätten keine Sportausbildung, kritisierten andere Teilnehmer der Diskussion und forderten den Einsatz von Experten aus dem Sport an Schulen.

"Wir wollen uns in die aktuelle politische Diskussion aktiv einbringen", erklärte Peter Wittman, Präsident der BSO. "Wir stehen vor einer Schul- und einer Gesundheitsreform, in beiden Bereichen kann man zu diesem Thema mit geringem finanziellen Einsatz eine riesige Wirkung erzielen", sagte er weiter. Die Unterschriftenaktion kann noch bis Jahresende unter unterstützt werden.