Erstellt am 23. Januar 2013, 11:44

Forderungen für Bundesheer zum Teil schon Realität. Die von der ÖVP erhobenen zwölf Forderungen zur Reform der Wehrpflicht sind zu einem großen Teil schon längst Realität.

Staatsbürgerschaftskunde gibt etwa schon seit Jahrzehnten. Auch Sport und Erste Hilfe sind Teil der Ausbildung und das Thema Ernährung findet bereits Beachtung. Entsprechend unwirsch reagierte der oberösterreichische Militärkommandant Raffetseder. Im Interview mit dem ORF-Oberösterreich meinte er dazu: "Es ist nicht Neues, dass Sport bei uns gemacht wird und es ist auch nichts Neues, dass es einen Erste Hilfe Kurs gibt. Das ist alles kalter Kaffee." Er verstehe überhaupt nicht, welchen Zusammenhang diese zwölf Punkte mit der Gestaltung des Wehrdienstes, insbesondere mit der Notwendigkeit der personellen Ausstattung der Streitkräfte, hätten, sagt Raffetseder. Angesichts dieser Forderung werde ihm "schwindlig".

Die ÖVP hat neben körperlicher Ertüchtigung und intensiven Erste-Hilfe-Kursen gefordert, dass Rekruten nach der Grundausbildung zumindest "in groben Zügen"über den Zeitplan der weiteren Tätigkeit beim Heer informiert werden, um private Terminplanung (z.B. Studium) besser zu ermöglichen. Eine exakte Terminplanung hat es beim Militär - wenig überraschend - indes schon immer gegeben.

Die Rekruten wissen von Beginn an, wann sie Dienstschluss haben, wann und wo etwa Schießübungen stattfinden. Dass Präsenzdiener künftig eine "Potenzialanalyse" absolvieren sollen und entsprechend ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten eingesetzt werden, ist auch nichts Neues: Denn jetzt schon werden Köche in der Küche und KfZ-Mechaniker in den Werkstätten eingesetzt. Dass das nicht bei allen 24.000 Grundwehrdienern möglich ist, sei irgendwie auch logisch, heißt es aus dem Bundesheer.

Auch gemeinsame Übungen mit Blaulichtorganisationen gibt es bereits, aber nur dort, wo sie auch sinnvoll sind. Was etwa die Panzergrenadierbrigaden mit der Feuerwehr gemeinsam üben sollen, ist den Experten beim Bundesheer schleierhaft.