Erstellt am 04. Juni 2012, 14:17

Forschung: 5 Mrd. Euro für Strategieziel notwendig. Für das Regierungsziel, bis 2020 die Forschungsausgaben auf 3,76 Prozent des BIP zu steigern, wären kumuliert zusätzlich fünf Milliarden Euro notwendig.

Das erklärte Wirtschaftsminister Mitterlehner am Montag bei der Präsentation des Forschungs- und Technologieberichts 2012 gemeinsam mit Infrastrukturministerin Bures und Wissenschaftsminister Töchterle. Ein Forschungsfinanzierungsgesetz, wie es in der von der Regierung im Vorjahr beschlossenen Forschungsstrategie vorgesehen ist, erachten die Minister allerdings aufgrund des neuen Haushaltsgesetzes nicht mehr für vordringlich.

Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) hat erst am vergangenen Freitag die "Stagnation Österreichs im Mittelfeld" und die verloren gegangene Dynamik der Jahre 2000 bis 2008 kritisiert. "Das können wir nicht ganz nachvollziehen", sagte Mitterlehner dazu und meinte, dass man "die Stagnation in der Krise mittlerweile überwunden hat".

Auch Bures verwies auf die "positive Dynamik" bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E), die 2012 mit 8,61 Mrd. Euro um 4,2 Prozent über jenen des Vorjahres liegen werden. Dennoch bräuchte man bei den nächsten Budgetverhandlungen "mehr Dynamik beim Forschungsbudget", sagte Bures.

Mitterlehner verwies auf die "beträchtlichen Steigerungen im Unternehmenssektor", etwa das Plus von 63 Prozent zwischen 2002 und 2009 bei den F&E-Ausgaben der Unternehmen oder die Zunahme der Zahl der forschungstreibenden Firmen in diesem Zeitraum in Höhe von 52 Prozent.

Positiv sieht Töchterle die Entwicklung: Österreich habe immerhin die fünfthöchste F&E-Quote in der EU, die Mittel für Grundlagenforschung seien zwischen 2002 und 2009 um 71 Prozent gestiegen. Allerdings sei der staatliche Anteil mit 89 Prozent sehr hoch, "wir brauchen hier zusätzliche Mittel aus privater Hand".