Erstellt am 14. April 2013, 20:07

FP-Obmann Tschürtz will Vertrauensfrage stellen. Am Dienstag tagt der burgenländische FPÖ-Vorstand. Der Landesparteiobmann war vom schwachen Ergebnis mit 71,4 Prozent "total überrascht".

Der am Sonntag beim burgenländischen FPÖ-Landesparteitag in Oberschützen mit 71,43 Prozent als Obmann bestätigte Johann Tschürtz zeigte sich in einer ersten Reaktion vom Ergebnis seiner Wiederwahl enttäuscht. Bereits am Dienstag will er damit die Parteigremien befassen: "Bei der Landesparteivorstandssitzung werde ich die Vertrauensfrage stellen. Bei 71 Prozent ist das meine Pflicht", sagte Tschürtz.

Vom Ergebnis sei er "total überrascht. Ich habe nicht gerechnet damit", meinte Tschürtz. Auf Nachfrage von Bundesparteiobmann Heinz Christian Strache nach der Bekanntgabe des Ergebnisses hatte er erklärt: "Ich nehme die Wahl an."

Strache meinte, er finde es gut, dass Tschürtz die Wahl annehme. "Wenn man meint, dass jemand die Arbeit besser macht als der Hans, dann gibt es immer die Möglichkeit, zu kandidieren", erklärte der Bundesparteiobmann.

Teil 2: Tschürtz mit 71,43 Prozent als burgenländischer FPÖ-Chef bestätigt


Tschürtz mit 71,43 Prozent als burgenländischer FPÖ-Chef bestätigt

Der burgenländische FPÖ-Obmann Johann Tschürtz ist am Sonntag beim Landesparteitag in Oberschützen mit 71,43 Prozent als Parteichef bestätigt worden. Für Tschürtz votierten 75 Delegierte, 28 stimmten gegen ihn. Nach dem Statut wurden auch zwei ungültige Stimmen als Gegenstimmen gezählt. Tschürtz, der sich zum sechsten Mal um das Amt des Parteichefs bewarb, fuhr damit sein bisher schlechtestes Ergebnis ein.

Von seinen Stellvertretern erhielt der krankheitsbedingt abwesende Norbert Hofer mit 83,81 Prozent die höchste Zustimmung. Für LAbg. Ilse Benkö votierten 59,5 Prozent, LAbg. Gerhard Kovasits kam auf 53,33 Prozent.

In seiner Rede hatte sich Tschürtz zufrieden mit dem Ergebnis der Gemeinderatswahl im Vorjahr gezeigt, jedoch die in Vergangenheit geäußerte Hoffnung auf einen Sitz in der Landesregierung nach der Landtagswahl 2015 gedämpft: "Wir haben zu kämpfen bei der nächsten Landtagswahl", meinte der Landesparteiobmann. Es gebe mehrere Konkurrenten: "Das ist keine gmahte Wies'n", sagte Tschürtz.

"Das Team Stronach wird uns wehtun" - es sei jedoch "glasklar", dass dieses Team "ein Ablaufdatum" habe, meinte der burgenländische FPÖ-Chef, der dafür plädierte, die Parteiorganisation zu stärken: "Inhaltlich werden wir mit Kanten und Ecken unser Profil schärfen müssen." Als Hauptthemen für einen "Zwischenwahlkampf" nannte er Sicherheit, Familie und Beschäftigung.

Ein zentrales Abliegen sei ihm die Abschaffung des Proporzes, sagte Tschürtz: "Der Proporz fesselt wirklich unser Land, und unser Land welkt schön langsam wie eine Blume dahin."

Bundesparteiobmann Heinz Christian Strache schoss sich neben Kritik an Rot und Schwarz ebenfalls auf Frank Stronach ein. Dieser sei "heute nichts anderes als ein Arbeitsmarktservice für gescheiterte BZÖ-Politiker."

Dass die FPÖ momentan "in einer Phase der Weiterentwicklung" sei, stehe außer Zweifel, meinte Strache: "Aber es gibt keinen Grund zum Jammern - wenn, dann Jammern auf höchstem Niveau."

Das Ziel für ihn bei der Nationalratswahl sei klar - die 20 Prozent Hürde zu überspringen - "je höher desto besser" - und stärkste Kraft zu werden, so Strache. In Kärnten sei man "auf Schiene". Ziel bei den dort bevorstehenden Parteitagen sei es, den "Weg zur Mutterpartei für das gesamt freiheitliche Lager sicherzustellen."