Erstellt am 10. August 2011, 10:57

FPÖ zieht Steger aus dem ORF-Stiftungsrat ab. Die FPÖ wechselt ihren ORF-Stiftungsrat Norbert Steger aus, nachdem dieser am Dienstag gegen die Parteilinie Generaldirektor Alexander Wrabetz bei dessen Wiederwahl unterstützt hatte.

Die FPÖ wechselt ihren ORF-Stiftungsrat Norbert Steger aus, nachdem dieser am Dienstag gegen die Parteilinie Generaldirektor Alexander Wrabetz bei dessen Wiederwahl unterstützt hatte. "Wir sehen uns durch ihn nicht optimal vertreten", begründete FPÖ-Generalsekretär Vilimsky Mittwochvormittag gegenüber der APA die Neubesetzung. Steger zeigt sich darüber erbost.

Vilimsky betonte, dass die FPÖ aufgrund einer "Vielzahl von Verfehlungen" gegen eine zweite Amtsperiode Wrabetz' eingetreten sei. Konkret zählte er die Einladungspolitik des ORF mit einer "erschütternden Präsenz der SPÖ" und die Causa Ed Moschitz auf, bei der die FPÖ einem ORF-Redakteur vorhält, zwei Skinheads am Rande einer freiheitlichen Parteiveranstaltung zum Rufen von Naziparolen angestiftet zu haben - die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen dazu freilich eingestellt. Weiters wurde von den Freiheitlichen der (unbewiesene) Vorwurf der Beweismittelfälschung erhoben.

Dass Wrabetz gestern gewählt wurde, sieht Vilimsky als Ergebnis eines "rot-grünen Deals mit Unterstützung des BZÖ und Teilen der ÖVP". Dieser entspreche nicht dem Wollen der FPÖ.

Steger attackierte den Überbringer der Nachricht, FPÖ-Generalsekretär Vilimsky scharf: "Er sollte abgelöst werden. Er hat die Partei medienpolitisch in eine strategische Sackgasse geführt", so Steger zur APA. Er selbst habe in der FPÖ außerdem nur mit Parteichef Heinz-Christian Strache ein Vertrauensverhältnis, betonte der Stiftungsrat. Vonseiten der Parteispitze habe man ihn nicht kontaktiert. "Ich kann nicht sagen, dass ich auf Zuruf des Herrn Vilimsky mein Amt zurücklegen werde." Allerdings werde er daran auch nicht festhalten, sagte er.

In der FPÖ steht indes die Nachfolge Stegers im obersten ORF-Aufsichtsgremium noch nicht fest, hieß es am Mittwoch. Man habe zwei bis drei Kandidaten im Auge.