Erstellt am 18. April 2013, 12:21

Frauen seltener in MA- und PhD-Studien als Männer. Frauen nehmen nach einem Studienabschluss seltener ein weiterführendes Studium auf als Männer.

Laut Studierenden-Sozialerhebung beginnen im Schnitt 88 Prozent der Männer, aber nur 81 Prozent der Frauen innerhalb von zwei Jahren nach dem Bachelorabschluss ein Masterstudium.

Nach dem Diplom-bzw. Masterabschluss schließen zwar 32 Prozent der Männer, aber nur 23 Prozent der Frauen ein Doktorat-/PhD-Studium an. Als Gründe sieht eine im Auftrag der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) erstellte Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS), für die rund 3.500 Studenten befragt wurden, die höhere Unsicherheit über Zukunftspläne bei Frauen sowie deren Studienwahl.

"Frauen sind sich häufiger unsicher und entscheiden erst später, ob sie ein weiterführendes Studium anschließen", so Studienautorin Petra Wejwar bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Problem: Nicht alle Unsicheren entscheiden sich dann auch tatsächlich für ein weiterführendes Studium. Dieser Faktor spielt vor allem beim Übertritt vom Bachelor- ins Masterstudium eine größere Rolle.

Frauen häufiger in Geisteswissenschaften

Zweiter wichtiger Faktor ist die Studienwahl von Frauen: Diese entscheiden sich häufiger als Männer für geisteswissenschaftliche Studien, welche stärker in technische Studienrichtungen strömen. In geisteswissenschaftlichen Studien wird aber generell seltener nach dem Bachelor ein Masterstudium angehängt als in der Technik.

"Es kommt also nicht so sehr darauf an, ab man Frau ist oder nicht, sondern welches Fach man gewählt hat", so Wejwar. In der Technik wird dieser Effekt noch dadurch verstärkt, dass sogar innerhalb der Studienrichtung mehr Männer als Frauen ein weiterführendes Studium planen.

Geringeres Gewicht haben der Kinderwunsch von Frauen, den diese offenbar häufiger vor dem Masterstudium realisieren und ein solches dann nicht mehr aufnehmen, und die von den Geschlechtern unterschiedlich wahrgenommene Arbeitsmarktrelevanz.

"Männer treffen ihre Studienwahl häufiger als Frauen vor dem Hintergrund des erzielbaren Arbeitsmarkterfolgs", so Wejwar. Dieser werde auch anders definiert: Während Männer vor allem auf Einkommen und Reputation schauen, beziehen Frauen auch inhaltliche Kriterien wie fachliche Qualifikation ein.