Erstellt am 12. Mai 2013, 08:29

Frauen wollen Listenplätze mit Erfolgsaussicht. Die Nationalratswahl im Herbst bietet die Chance, den Frauenanteil im Parlament von derzeit nur rund einem Drittel zu erhöhen. Zunächst müssten Frauen jedoch überhaupt an wählbarer Stelle kandidieren.

Ein fixer Frauenanteil auf den Wahllisten allein ist zu wenig, stellten die Chefinnen der SPÖ- und ÖVP-Frauen fest.

Doch auch das bei den Roten bereits geltende Reißverschlussprinzip, bei dem auf einen Mann eine Frau folgen muss bzw. umgekehrt, wird nicht von allen Landesgruppen beherzigt. Im Burgenland etwa haben Frauen von 14 Listenplätzen fünf inne, die erste Frau findet sich allerdings erst auf Position 7. "Es ist nicht alles Eitel-Wonne, keine Frage. Einige der Landeslisten für die Nationalratswahl entsprechen nicht dem, was wir uns in der SPÖ gemeinsam ausgemacht haben", so die Frauenministerin Heinisch-Hosek.

"Wir werden nach den Wahlen die Konsequenzen daraus diskutieren, dass einige Landeslisten nicht dem Reißverschluss entsprechen. Es soll eine Task Force eingerichtet werden, die sich mit sehr konkreten nächsten Schritten und auch mit Sanktionen befassen soll", erklärte SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Mautz.

Auch ÖVP-Frauenchefin Schittenhelm forderte für die Listenerstellung in den nächsten Wochen: "Unser Ziel als ÖVP-Frauen ist das Reißverschlussprinzip, um Ausgewogenheit und ein Spiegelbild der Gesellschaft herzustellen." In Wien werde die Listenerstellung nach genau diesem Prinzip erfolgen. Die ÖVP-Frauenchefin hofft, dass diesem Beispiel auch andere Länderparteien folgen, schließlich handle es sich auch um ein "Signal an die Wählerschaft".

Gefordert wird von den ÖVP-Frauen die Listenerstellung nach dem Reißverschlussprinzip, entschieden werde aber in den Gremien, räumte Schittenhelm ein. Ihre Kolleginnen in den Landesparteien seien "sehr engagiert dahinter", auch ortet sie ein Umdenken in den großteils männlich besetzten Gremien. Sie werde daher nicht aufhören, erfolgsversprechende Listenplätze für Frauen einzufordern.