Erstellt am 17. Dezember 2013, 13:27

Frauenorganisationen wollen eigenständiges Frauenministerium. Die frühere SPÖ-Abgeordnete Sonja Ablinger kritisiert in einem Offenen Brief an Parteichef und Bundeskanzler Werner Faymann die Eingliederung des Frauenressorts ins Bildungsministerium.

Ihr hat sich der Österreichische Frauenring angeschlossen: Die neue Große Koalition habe "die Chance vertan, Frauenpolitik endlich in das Zentrum der Regierungsarbeit zu stellen", hieß es in einer Aussendung.

Die oberösterreichische SPÖ-Frauenvorsitzende Ablinger - sie erlangte bei der Nationalratswahl keinen Sitz mehr - zeigt sich aufgrund der Eingliederung des Frauenressorts in das Bildungsministerium "befremdet": "Durch die Abschaffung des Frauenministeriums im Bundeskanzleramt mit seiner umfassenden Koordinierungskompetenz, wird die Frauenpolitik als Querschnittsmaterie abgewertet." Die Einrichtung eines eigenen Familienressorts sei zudem "nicht nur symbolisch eine völlig falsche Entscheidung". Faymann wird daher im Offenen Brief aufgefordert, die Entscheidung zu überdenken. Unterzeichnet wurde er unter anderem von Johanna Dohnals Witwe Annemarie Aufreiter.

Der Frauenring drängte vor Abschluss der Regierungsverhandlungen auf die Einrichtung eines eigenständigen Frauenministeriums. "Angesichts der zwei Seiten, die die Regierung in ihrem Arbeitsprogramm der Frauenpolitik widmet, darf bezweifelt werden, dass sie in den kommenden fünf Jahren den notwendigen Stellenwert erhalten wird", stellte die Vorsitzende Christa Pölzlbauer nun am Dienstag fest.