Erstellt am 26. Juni 2013, 00:00

Freie Schulwahl für alle. Premiere im Burgenland / Im Bereich der Neuen Mittelschule wird die Sprengel-Regelung aufgehoben: Ab 2016 gibt es statt 40 Pflichtsprengeln nur mehr einen einzigen.

Von Wolfgang Millendorfer

Nachdem die Neue Mittelschule flächendeckend übernommen wurde, fallen ab 2016 die bislang 40 Schulsprengel. Damit gilt das gesamte Burgenland als einziger Sprengel – österreichweit einmalig. Im Bereich der Volksschulen hingegen bleiben die Pflichtsprengel erhalten.

Beschlossen wird die Änderung des Pflichtschulgesetzes am Donnerstag im Landtag, zugleich wird auch die Mindestschülerzahl für Neue Mittelschulen von 90 auf 80 gesenkt.

„Mehr Möglichkeiten  für Eltern und Schüler“

Für Burgenlands amtsführenden Landesschulratspräsidenten Gerhard Resch ist die neue Sprengel-Lösung ein sinnvoller Schritt: „So können sich Eltern und Kinder noch stärker nach Ausbildungsschwerpunkten und Interessen orientieren.“

SPÖ-Klubchef Christian Illedits sieht einem Gesetz entgegen, „das Elternwünschen gerecht wird, die wohnortnahe Schule absichert und die Gemeinden als Schulerhalter berücksichtigt“. Denn: Um keine Konkurrenz zu schüren, werden die Schulbesuchsbeiträge „fifty-fifty“ unter den betreffenden Kommunen aufgeteilt. Und was die Senkung der Mindestschülerzahl angeht, unterstreicht ÖVP-Landesrätin Michaela Resetar die Berücksichtigung regionaler Aspekte und der demographischen Entwicklung.

Stichwort Bildung: Spannende Ergebnisse lieferte kürzlich auch eine Umfrage, bei der in einer Kooperation zwischen Industriellenvereinigung Burgenland und Landesschulrat Maturanten aus dem ganzen Land befragt wurden. So wird etwa der Arbeitsmarkt im Burgenland von 52 Prozent der Befragten als „eher schlecht“ oder „sehr schlecht“ beurteilt; die eigenen Jobchancen aber sieht man mit 76 Prozent durchaus positiv.