Erstellt am 02. September 2011, 10:28

Freizeitpädagogen-Ausbildung startet mit Fragezeichen. Mit dem Ausbau der Tagesbetreuung an Schulen hat die Regierung auch ein neues Berufsbild geschaffen: jenes des akademischen Freizeitpädagogen. Mit dem Schuljahr 2012/13 sollen die ersten Absolventen des einjährigen berufsbegleitenden Lehrgangs ihre Stelle antreten.

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Doch obwohl schon im Herbst die ersten Interessenten die Ausbildung an Pädagogischen Hochschulen (PH) starten sollen, gibt es noch einige Fragezeichen.

So ist noch nicht klar, an wie vielen PH die neue Ausbildung angeboten und wie viele Plätze es dafür geben wird. Fix ist der Lehrgang an der PH Wien und der PH Niederösterreich, dort sind auch die Lehrpläne, die einem vom Unterrichtsministerium vorgegebenen Rahmen entsprechen müssen, praktisch fertig. Auch alle anderen PH haben laut Unterrichtsministerium Interesse signalisiert und könnten die Ausbildung also ebenfalls noch anbieten. Das Ministerium geht davon aus, dass es in jedem Bundesland Lehrgänge ab dem Studienjahr 2011/12 geben wird.

Auch der Bedarf an Freizeitpädagogen kann nicht beziffert werden. Das Ministerium verweist auf die Planungshoheit der Länder und Gemeinden, die selbst entscheiden können, ob sie im Freizeitteil der Tagesbetreuung Freizeitpädagogen oder aber Lehrer, Hortpädagogen und Erzieher einsetzen. Im Gegensatz zu den bereits existierenden Erziehern ist ein Freizeitpädagoge laut Gesetz nur für "verschiedene Arten einer sinnvollen Freizeitgestaltung (sportlich, musikalisch, künstlerisch usw.)" zuständig. In der individuellen Lernzeit, in der die Schüler unter fachlicher Hilfestellung ihre Hausaufgaben erledigen, können weiterhin nur Erzieher oder Lehrer, für das Wiederholen von Lernstoff ausschließlich Lehrer eingesetzt werden.

Einen Vollzeitposten werden Freizeitpädagogen laut Ministerium nur an größeren Schulen finden, v.a. an solchen mit verschränktem ganztägigem Unterricht, wo sich Lern- und Freizeiteinheiten abwechseln. Realistischerweise werde es aber ein Teilzeitjob für Sportler, Trainer, Musiker, Künstler, usw. Gerade für diese Berufsgruppen ist der Lehrgang aus Sicht des Ministeriums auch interessant, weil ihnen Ausbildungen angerechnet werden.

Prinzipiell soll aber jede Person ab 18 Jahren zum Freizeitpädagogen ausgebildet werden können, wobei "Interesse und Eignung" von der Hochschule im Rahmen von Informations- und Orientierungsworkshops sowie bei Hospitationen an mindestens zwei Schularten abgetestet werden. Die Matura ist keine Voraussetzung, allerdings muss eine erfolgreich absolvierte berufliche oder außerberufliche Vorbildung vorhanden sein. Als "öffentlich-rechtliches Qualifizierungsangebot" ist der Lehrgang kostenlos.

Das Gehalt für Freizeitpädagogen soll an Bundesschulen dem "Erzieher-Gehalt" von Hortpädagogen entsprechen. Diese unterscheidet sich allerdings je nach Land, in Wien liegt das Einkommen am Anfang etwa bei rund 1.900 Euro brutto. An Landesschulen legt die Gemeinde als Schulerhalter das Gehalt fest. Nur die Lehrer-Personalkosten werden vom Bund übernommen.