Erstellt am 14. Januar 2014, 21:01

Freund will nicht SPÖ-Delegationsleiter werden. Der designierte SPÖ-Spitzenkandidat für die EU-Wahl, Ex-ORF-Journalist Eugen Freund, erhebt keinen Anspruch darauf, nach seinem Einzug ins EU-Parlament auch die Leitung der SPÖ-Delegation zu übernehmen.

"Ich würde mir wünschen, dass Jörg Leichtfried die Leitung behält und werde das am Donnerstag im Parteivorstand auch so vertreten", sagte er der Tageszeitung "Der Standard".

Ziel: Diskurs über Europa in Österreich weniger destruktiv gestalten

Er selbst wolle sich auf seine eigenen Stärken konzentrieren, seine Kenntnisse aus Jahrzehnten im Journalismus. "Das ist Außenpolitik, die USA. Themen wie die NSA-Affäre oder TTIP, das will ich machen", also die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen EU-USA. Darüber hinaus habe er sich zum Ziel gesetzt, in Österreich dazu beizutragen, "dass der Diskurs über Europa nicht so destruktiv ist".

Bundeskanzler Faymann freut sich, dass die SPÖ mit dem ehemaligen ZiB1-Moderator einen sehr kompetenten Kandidaten als EU-Spitzenmann zur Verfügung hat. Dass Freund tatsächlich SPÖ-Spitzenkandidat wird, wollte er am Montag in der Puls 4-"News Arena" aber noch nicht formell bestätigen, weil die Parteigremien - "das sind 80 Leute" - das erst am Donnerstag beschließen.

Schon in den 70er Jahren für SP-nahen Minister tätig gewesen

Aber Faymann nützte die Gelegenheit, um Freund in höchsten Tönen zu loben. Der künftige SPÖ-EU-Spitzenkandidat erinnere ihn an den legendären ORF-Journalisten Hugo Portisch, bekundete der SPÖ-Chef, und pries die "Menge Erfahrung", die Freund einbringe.

Freund war erst mit Jahreswechsel und gegen seinen Willen vom ORF-Bildschirm verschwunden und in den Ruhestand getreten. Der erste Ausflug in die Politik wäre es für den gebürtigen Wiener, der aber in Kärnten aufwuchs, freilich nicht.

Schon in den 70er-Jahren war Freund als Pressesprecher für Außenminister Willibald Pahr tätig, der zwar parteilos, aber von der SPÖ nominiert war.

Ein Jahr später ging er nach New York, um dort fünf Jahre den Presse- und Informationsdienst der Republik Österreich mit zu betreuen. Die ORF-Karriere begann erst danach.