Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:42

von Alexandra Gollubics-Prath

„Freunderlwirtschaft“? Jobs ohne Ausschreibung möglich. Verwaltungspraktikanten können sofort in den Landesdienst übernommen werden. Grüne orten „Freunderlwirtschaft“.

Architekt mit Bauplan im Büro. Pläne eines Wohnhauses werden bearbeitet  |  NOEN, Erwin Wodicka
Eine Gesetzesnovelle, die Neuerungen bezüglich der Aufnahme in den Landesdienst bringt, sorgt bereits im Vorfeld der Landtagssitzung am Donnerstag für Aufregung. Die Regierungsparteien SPÖ und FPÖ werden eine Änderung des Objektivierungsgesetzes einbringen, die die Grünen für „höchst problematisch“ halten, so Landessprecherin Regina Petrik.

„Man kann gezielt Leute aus dem Umfeld holen“

Konkret geht es um Verwaltungspraktika im Landesdienst. Da es sich hierbei um Ausbildungs- und nicht um Dienstverhältnisse handelt, braucht es dafür keine Ausschreibung. In Folge sollen nun aber jene, die ein Praktikum zwischen sechs Monaten und einem Jahr absolviert haben, ohne weitere Ausschreibung in den Landesdienst übernommen werden können – sofern ein Eignungstest erfolgt ist.

„Das öffnet Freunderlwirtschaft Tür und Tor“, kritisiert Petrik. „Man kann gezielt Leute aus dem eigenen Umfeld hereinholen. Das kann kein Zufall sein. Ich halte das in Bezug auf das Objektivierungsgesetz geradezu für zynisch.“

SPÖ-Klubobmann Robert Hergovich hingegen versteht die Aufregung nicht: „Wenn sich jemand in einer Praktikumsstelle bereits bewährt hat, ist es nur fair, wenn er in ein normales Dienstverhältnis übernommen wird. Das ist auch wirtschaftlich sinnvoller, als die Stelle neu auszuschreiben.“
 

Landes-Praktika

  • Die Möglichkeit, im Landesdienst ein Verwaltungspraktikum zu absolvieren, gibt es seit Anfang 2015. Durch praktische Tätigkeit sollen Teilnehmer ihre Vorbildung vertiefen können.

  • Derzeit absolvieren 14 Personen ein derartiges Praktikum. Im Sommer werden auch Ferialpraktikanten aufgenommen.