Erstellt am 15. April 2015, 06:05

von Wolfgang Millendorfer

Lehrer als "Hackler". Nur ein Landeslehrer ging in den vergangenen Jahren regulär in den Ruhestand. LSR-Präsident Zitz: "Gesetzlich geregelt."

 |  NOEN, bilderbox.at

In dem nun bekannt gewordenen Rohbericht des Bundesrechnungshofes liegt das Burgenland an der Spitze: Landeslehrer, die zwischen 2008 und 2013 in Pension gingen, taten dies zum Teil deutlich vor dem Antrittsalter.

Nur ein Pädagoge trat den Ruhestand in diesem Zeitraum regulär an; die meisten anderen griffen auf die Hacklerregelung zurück. In den übrigen Ländern zeigen sich ähnliche Zahlen: Fast drei Viertel aller Landeslehrer gingen bundesweit in die „Hackler-Pension“. Burgenlands amtsführender Landesschulratspräsident Heinz Josef Zitz sieht kein Problem: „Das ist den Lehrern ja gesetzlich zugestanden.“

Lockere Regelung wurde wieder „angezogen“

Tatsächlich war die Pensionierungswelle von der Politik ausgelöst worden: Per Nationalratsbeschluss wurde der Zugang zur abschlagsfreien Hacklerregelung 2008 – kurz vor der Wahl – erleichtert. Im Gegenzug seien im Burgenland aber viele Nachwuchs-Lehrer zum Zug gekommen, betont Zitz. Und: Im Hinblick auf die Dienstunfähigkeits-Pensionen gebe es hierzulande den niedrigsten Wert.

Auch seitens der Gewerkschaft heißt es, dass man den Lehrern die Inanspruchnahme der Hacklerregelung nicht vorwerfen könne. Mittlerweile gelten hier wieder strengere Bestimmungen. Aufgrund der höheren Belastung plädiert die Pflichtschullehrer-Gewerkschaft nun für die Einführung einer Altersteilzeit-Regelung oder Gleitpension.