Erstellt am 01. Januar 2012, 07:51

Für Darabos' Pilotprojekte fehlt das Geld. Die von Verteidigungsminister Darabos geplanten Pilotprojekte zur Erprobung eines Berufsheeres verzögern sich.

Wie kürzlich aus dem Ministerium zu erfahren war, sollen sie nicht wie geplant am Jahresbeginn 2012, sondern erst zu Jahresmitte starten. Grund dafür dürften finanzielle und rechtliche Probleme sein.

Entsprechende Bedenken wurden bereits im Oktober in einem Papier der Sektion I festgehalten. In einem weiteren internen Papier werden nun erstmals Zahlen genannt. Demnach braucht Darabos alleine für die Aufstellung einer Milizkompanie von etwa rund 100 Milizsoldaten mehr als 700.000 Euro pro Jahr.

Dabei ist diese Milizkompanie nur eine von mehreren Komponenten der Pilotprojekte. Daneben soll auch noch ein Musterverband, der ausschließlich aus Berufs- und Zeitsoldaten besteht, aufgestellt werden. Auch dafür müsste Geld in die Hand genommen werden, denn die Grundwehrdiener, die derzeit Systemerhalter-Aufgaben erfüllen, müssten durch Berufssoldaten ersetzt werden, die deutlich mehr kosten.

Laut den internen Berechnungen des Ministeriums bräuchte man für die Aufstellung einer Pionierkompanie mit 115 Milizsoldaten mindestens 730.000 Euro pro Jahr. Alleine die von Darabos vorgesehene Jahresprämie von 5.000 Euro pro Soldat würde 575.000 Euro kosten. Im Budget für 2012 hat das Ministerium für diesen Posten allerdings nur 379.000 Euro zu Verfügung. Dieses Geld reicht nur für ca. 75 Milizsoldaten, heißt es in dem Papier.

Um sein Prämien-Modell zu erproben, könnte der Minister freilich umschichten. Das würde allerdings bedeuten, dass das Geld woanders weggenommen werden müsste; dabei ist das Bundesheer im Zuge der anstehenden Budgetkonsolidierung jetzt schon mit Einsparungen von 600 Millionen Euro bis 2015 konfrontiert; und das könnte mit dem neuen Sparpaket noch mehr werden, wie Generalstabschef Entacher diese Woche sagte.