Erstellt am 17. Juli 2012, 16:56

Fusion BEWAG-BEGAS: LBL brachte Sachverhaltsdarstellung bei KStA ein. Am 5. Juli ist mit dem Firmenbucheintrag der neuen "Energie Burgenland AG" die Fusion der beiden burgenländischen Energieversorger BEWAG und BEGAS rechtlich abgeschlossen worden. Die Abwicklung des Verkaufsprozederes erhitzt aber auch jetzt noch die Gemüter, zumindest jene der Liste Burgenland (LBL).

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Deren Obmann Wolfgang Rauter hat am Dienstag bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft (KStA) eine Sachverhaltsdarstellung wegen des Verdachts des Betruges, der Untreue und Bilanzfälschung eingebracht, sagte er am Nachmittag Journalisten in Eisenstadt. Er vermutet, dass bei der Bewertung des Unternehmens von falschen Voraussetzungen ausgegangen worden sei.
 
Im Zuge des Verkaufs der BEGAS seien zwei Bewertungsgutachten eingeholt worden, erläuterte Rauter in seinem Schreiben an die KStA. Diese seien jedoch von der BEWAG unter Verschluss gehalten worden. "In diesen Bewertungsgutachten ist man von einem Wertpapierbestand in der Größenordnung von rund 45 Mio. Euro ausgegangen. Tatsächlich hat aber der Wertpapierbestand - zumindest ca. eineinhalb Jahre nach Erstellung des Gutachtens - rund 90 Mio. Euro betragen", hieß es weiter.
 
Dies wolle man seitens der LBL aufgeklärt wissen. Monatelange habe man sich nun Zeit gelassen, jedoch "bedauerlicherweise bisher keine Aufklärung bekommen. Weder von den Landesstellen, noch von den Verantwortungsträgern in der BEGAS, noch von den Verantwortungsträgern in der Burgenland Holding", so der LBL-Obmann.
 
Deshalb sehe er keine andere Möglichkeit, als eine Sachverhaltsdarstellung bei der KStA in Wien einzubringen, "wo ich eine Überprüfung dieser ganzen unappetitlichen Angelegenheit verlange - auf Basis des Verdachtes der Untreue, das heißt Schädigung der burgenländischen Gemeinden, in dem wissentlich und absichtlich ein zu geringer Wert angenommen wurden, allenfalls Verdacht des Betruges, in dem man hier die Verantwortungsträger der Gemeinden getäuscht hat und Verdacht der Bilanzfälschung", so Rauter.
 
Seiner Ansicht nach hätten die burgenländischen Gemeinden "zumindest 50 Mio. Euro in Summe zu wenig bekommen". Die 110 erdgasversorgten Kommunen haben im Frühjahr insgesamt 100,2 Mio. Euro für ihre BEGAS-Anteile erhalten.