Erstellt am 11. Juli 2013, 13:50

Gesamtschule: Schmied hofft auf ÖVP-"Westachse". Im kommenden Schuljahr wird die Gesamtzahl der Neuen Mittelschulen (NMS) durch die Umstellung weiterer Hauptschulen auf 691 Standorte anwachsen.

Unterrichtsministerin Schmied sieht die Schulform "als Zwischenschritt am Weg zur gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen". Hoffnung setzt sie auf die "Westachse" der ÖVP-geführten Bundesländer Salzburg, Tirol und Vorarlberg.

Es sei das erste Mal seit der Forderung nach einer Gesamtschule durch SPÖ-Schulreformer Otto Glöckl, "dass auch ÖVP-Politiker eine gemeinsame Schule fordern", so Schmied. Das Unterrichtsministerium werde die drei Bundesländer jedenfalls bei ihren geplanten Modellregionen intensiv begleiten, kündigte sie an. In Salzburg, Tirol und Vorarlberg sind jeweils Schulversuche zur Gesamtschule geplant. "Ziel ist allerdings, eine Gesamtumstellung zu erreichen", betonte Schmied.

Ob die SPÖ darauf bestehen wird, die Einführung einer Gesamtschule in einem möglichen künftigen Regierungsübereinkommen mit der ÖVP festzuschreiben, wollte die Ministerin auf Nachfrage nicht sagen. "Das muss man sich nach dem 29. September überlegen. Fakt ist, dass die SPÖ bei diesem Thema eine sehr klare Position hat."

Mit dem "Zwischenschritt" NMS zeigte Schmied sich unterdessen sehr zufrieden und verwies darauf, dass der Anteil von NMS-Absolventen mit Übertrittsberechtigung für höhere Schulen (AHS, berufsbildende höhere Schulen) im abgelaufenen Schuljahr auf 59,2 Prozent gestiegen ist (2011/12: 47,8). Mit den Bildungsstandards, die Ende des Jahres veröffentlicht werden, soll es auch erstmals aussagekräftige objektive Daten zum Schulerfolg der NMS-Schüler geben.

Zufrieden sind laut einer von Schmied präsentierten Umfrage (500 Telefoninterviews durch Ifes) auch die Eltern, deren Kinder eine NMS besuchen: So haben acht von zehn Befragten einen guten oder sehr guten Eindruck von den Lehrern und loben ein respektvolles Klassenklima. Zwei Drittel sehen das an den NMS praktizierte Team-Teaching, bei dem in Deutsch, Mathematik und Englisch zwei Lehrer gleichzeitig in der Klasse stehen, positiv.

Drei Viertel sind mit den Leistungsansprüchen zufrieden. Von der Tagesbetreuung sind indes nur sechs von zehn Eltern überzeugt. Derzeit biete jeder zweite der zuletzt 434 Standorte Tagesbetreuung an, aber nur 20 Schulen sind eine verschränkte Ganztagsschule, in der sich Unterricht, Lern- und Freizeit über den Tag abwechseln. Es sei das große Ziel für die nächsten Jahre, an den NMS die verschränkte Ganztagsschule zu forcieren, so Schmied.