Erstellt am 21. Januar 2012, 03:02

Gespräche Griechenlands mit Banken vertagt. Die Verhandlungen der griechischen Regierung mit ihren privaten Gläubigern über deren entscheidende Beteiligung an einem Schuldenerlass sind auf Samstag vertagt worden.

"Wir machen morgen weiter", sagte Finanzminister Venizelos. Der Internationale Bankenverband IIF erklärte in der Nacht auf Samstag, bei den Gesprächen am Freitagabend seien deutliche Fortschritte erzielt worden.

Nun sei die Zeit für entschiedene Schritte gekommen, so der Verband und schien damit Zugeständnisse von den offiziellen Gläubigern EU und IWF einzufordern. Die Griechen wollen eine Einigung unbedingt noch vor dem Treffen der Euro-Finanzminister am Montag unter Dach und Fach bringen, damit noch genug Zeit für eine rechtzeitige Umsetzung bleibt. Ein mit den Verhandlungen vertrauter Banker sagte der Nachrichtenagentur Reuters, erst am Montag werde endgültige Klarheit über die Gültigkeit einer Einigung herrschen. "Die Minister werden sich den Vorschlag ansehen und dann darüber entscheiden. Wenn sie ihn ablehnen, müssen wir zurück an den Verhandlungstisch."

Ein vorläufiger Kompromiss würde bis auf weiteres einen Staatsbankrott des südosteuropäischen Euro-Landes verhindern. Für die privaten Gläubiger dürfte eine Übereinkunft aber mit einem Forderungsverzicht von 65 bis zu 70 Prozent verbunden sein. Im Gegenzug sollen ihnen nach Angaben eines Bankenvertreters Staatsanleihen mit einer 30-jährigen Laufzeit und einer Verzinsung von durchschnittlich vier Prozent angeboten werden.

Die angestrebte Einigung mit den privaten Gläubigern - neben Banken sind das Versicherer und Hedgefonds - ist Teil eines 130 Mrd. Euro umfassenden Entschuldungsplans für Griechenland. Die Gesamtschulden des Landes belaufen sich auf mehr als 350 Mrd. Euro.