Erstellt am 07. September 2016, 06:03

von Wolfgang Millendorfer

So (un)gesund ist das Land. Patienten im Burgenland sind mit der ärztlichen Versorgung großteils zufrieden. Beim Umgang mit Risikofaktoren liegt das Burgenland im Österreich-Schnitt.

Umfrage. Peter Filzmaier (ISA) und Landesrat Norbert Darabos (v.l.).  |  zvg

In der Lebenserwartung und bei Vorsorge-Untersuchungen liegen die Burgenländerinnen und Burgenländer laut Statistik über dem Österreich-Schnitt. Das trifft jedoch auch auf den Anteil jener zu, die von Fettleibigkeit (Adipositas) betroffen sind. Bei Risikofaktoren wie Alkohol und Zigaretten schneidet das Land ebenfalls durchschnittlich ab (siehe Grafik rechts).

„Zwei-Klassen-Medizin“ und volle Ambulanzen

Mit ihren Ärzten und Spitälern sind die Burgenländerinnen und Burgenländer zufrieden, wie die aktuelle Umfrage des Institutes für Strategieanalysen (ISA) im Auftrag des Landes bestätigt (siehe Grafik ganz unten).

Anlässlich der Diskussion um Kassen- und Wahlärzte zeigte sich im Rahmen der 1.400 Telefoninterviews auch, dass Patienten eine „Zwei-Klassen-Medizin“ fürchten. Dies äußere sich, so die verbreitete Meinung, in kürzeren Wartezeiten und mehr Komfort für Privatpatienten.

„Es ist ideal, wenn Arztpraxen sich zusammentun“

Die Zukunft für eine umfassende Abdeckung aller Patientenfragen sieht Gesundheitslandesrat Norbert Darabos (SPÖ) auch in der Primärversorgung. Hierzu läuft ein Pilotprojekt im Bezirk Neusiedl am See, das mehrere Ärzte an einem Standort zusammenfasst.

„Es ist ideal, wenn Arztpraxen sich zusammentun“, so Darabos. „Was wir aber nicht möchten, ist, dass hier ,Konzerne‘ das Sagen haben.“ Um derartige Zusammenschlüsse hintan zu halten, ist es rechtlich de facto nicht möglich, dass ein Mediziner andere Kollegen unter Vertrag nimmt.

Im Gespräch mit der BVZ betont auch Ärztekammer-Präsident Michael Lang: „Der Hausarzt sollte immer die erste Anlaufstelle bleiben. Versorgungszentren, wie etwa in Wien, sind mit Sicherheit nicht das, was der ländliche Bereich braucht.“

Die Idee der „Versorgung aus einer Hand“ soll – wie der Pilotversuch einer „Akut-Ordination im Krankenhaus Oberwart – vor allem die nach wie vor stark frequentierten Spitals-Ambulanzen entlasten.

Gesundheits-Umfrage März/April 2016  |  JISA/Grafik Bischof