Eisenstadt

Erstellt am 16. November 2016, 06:12

von Wolfgang Millendorfer

Einsparungen schüren neue Sorgen der Ärzte. Ärzteschaft und Politik wieder auf Konfrontation: Mit Finanzausgleich sieht die Kammer das Gesundheitssystem gefährdet.

Ärzte-Präsident Lang: „Werden uns gegen Verschlechterung wehren.“  |  BVZ

Einmal mehr warnt die Ärztekammer vor Einsparungen durch die Hintertür: Noch vor der Absegnung des Finanzausgleichs im Ministerrat gab es ein Protestschreiben an das Gesundheitsministerium. Auch im Burgenland schloss sich die Kammer der Kritik an. Landesrat Norbert Darabos (SP) hingegen zeigt sich zufrieden mit der im Bund erzielten Einigung.

Kürzung bei Wahlärzten, Angst vor Wartezeiten

Konkret geht es um eine „Kostenbremse“, mit der im Gesundheitsbereich 4,5 Milliarden bis zum Jahr 2021 gekürzt werden sollen: ein „unsoziales Kaputtsparen der Gesundheitsversorgung“, heißt es seitens der Ärztekammer. Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SP) widerspricht: „Es gibt keine Einsparungen, ganz im Gegenteil.“

Geht es jedoch nach der Ärztekammer, könnten die Patienten Verschlechterungen direkt zu spüren bekommen – etwa durch die Einschränkung der Rückerstattung bei Wahlarztkosten oder noch längeren Wartezeiten bei geplanten Eingriffen. Zudem sollen die Länder in die Besetzung von Spitals-Planstellen eingreifen können. Auch dass sogenannte Primärversorgungszentren künftig ohne Einschränkung errichtet werden könnten, ist den Ärzten ein Dorn im Auge.

Landesrat Darabos: „Gesundheit auf stabilen Beinen.“  |  BVZ, BVZ

Aufgrund möglicher „Dumpingpreise“ seien dann auch die Fachärzte betroffen, meint Burgenlands Kammer-Präsident Michael Lang. Derzeit gilt noch ein Gebietsschutz, wenn dieselben Leistungen von niedergelassenen Ärzten der Region angeboten werden. „Die geplanten Änderungen sind der direkte Weg in eine Zweiklassenmedizin und der Weg in eine zentral gesteuerte Medizin, die dazu dient, diese 4,5 Milliarden einzusparen“, so Lang.

Gesundheitslandesrat Darabos (Foto oben) betont, dass es zu keinen Einschränkungen kommen werde: „Die Kinderselbstbehalte werden abgeschafft und das Gesundheitswesen wird im Hinblick auf die nachhaltige und langfristige Finanzierung auf solide Beine gestellt.“