Erstellt am 10. März 2013, 09:48

Gewerkschaft erhebt Forderungen für Wahlkampf. Die Gewerkschaft, im konkreten Fall der Chef der mitgliederstärksten Teilorganisation GPA und Vorsitzende der sozialdemokratischen Gewerkschafter, Wolfgang Katzian, bringt sich schon für den Wahlkampf in Stellung.

Er fordert von den kandidierenden Parteien, sich für die sechste Urlaubswoche sowie für den Mehrarbeitszeitzuschlag auch bei Teilzeitbeschäftigten einzusetzen. Letzterer Punkt ist für Katzian besonders wichtig, arbeiteten in Österreich doch mittlerweile mehr als eine Million Menschen Teilzeit - und die geltende Durchrechnung bringe mit sich, dass es keinen Überstundenzuschlag gebe. Würde dieser ausgezahlt, bekämen Beschäftigte im Handel ein Plus von fünf bis sieben Prozent des Einkommens und das sei bei Leuten, die unter 1.000 Euro netto verdienen, viel.

Nicht locker lassen will Katzian auch, was die sechste Urlaubswoche angeht. Diese gibt es derzeit gemäß Gesetz erst, wenn man 25 Jahre im selben Unternehmen ist. Katzian möchte, dass man in einem ersten Schritt einmal zumindest auf zehn oder allenfalls 15 Jahre heruntergeht.

Eine Absage erteilt der GPA-Chef neuerlich Wünschen der Wirtschaft, die Arbeitszeit gesetzlich weiter zu flexibilisieren. Entschieden pocht Katzian auf die Auszahlung von Überstunden, derzeit geschehe das bei jeder fünften nicht. Dies bedeute nicht nur weniger Geld für die Menschen sondern auch für die Sozialversicherung, der fast 600 Millionen an Einnahmen entgingen.

"Thema" bleibt für den roten Spitzengewerkschafter eine Arbeitszeitverkürzung. Dabei hofft Katzian aber auf eine entsprechende europäische Diskussion.

Was den Zugang von Asylwerbern zum Arbeitsmarkt angeht, verweist Katzian auf die Gewerkschaftsposition, dass jene, die regulär im Verfahren sind, auch arbeiten können sollten. Keine Notwendigkeit für Änderungen sieht Katzian dagegen bei einer zuletzt diskutierten Ausweitung der Rot-Weiß-Rot-Card auf Bachelor-Absolventen. Hier solle man zunächst einmal evaluieren.