Erstellt am 06. Juni 2012, 11:05

Gewerkschaft glaubt nicht an Schul-Hilfspersonal. Die Lehrergewerkschaft glaubt nicht daran, dass es das zusätzliche Unterstützungspersonal an den Schulen tatsächlich geben wird, das Unterrichtsministerin Schmied angekündigt hat.

 "Das Papier ist so geheim, dass es offensichtlich noch gar niemand kennt", zeigt sich AHS-Lehrervertreter Eckehard Quin (FCG) skeptisch. Schmied hatte angekündigt, hier noch "wesentliche Punkte" nachzuliefern; gekommen ist laut Quin aber noch nichts. Ohne die künftigen Aufgaben der Lehrer zu kennen, könne die Gewerkschaft aber nicht das Dienstrecht als Gesamtpaket bewerten. "Hier hat die Dienstgeberseite noch massiv Hausübungen zu erledigen", so Quin.

Die Ankündigung, dass Lehrer mehr Unterstützung bekommen sollen, hält Quin nur für "ein bisschen Theaterdonner". Immerhin gebe es einen Aufnahmestopp im öffentlichen Dienst, von dem nur Lehrer und Exekutivbeamte, aber nicht formal als Verwaltungspersonal einzustufendes Supportpersonal wie Schulpsychologen, Schulsozialarbeiter oder Schulärzte ausgenommen seien. "Wenn man beim Supportpersonal nur den OECD-Schnitt erreichen will - und das sagt immerhin die TALIS-Studie der OECD - muss man in Österreich 13.500 Personen zusätzlich einstellen." Dafür fehle aber nicht nur das Geld, sondern auch qualifiziertes Personal.

Sollte die Regierung dennoch tatsächlich mehr Unterstützungspersonal einsetzen wollen, müsse sie eine entsprechende Punktation vorlegen. "Aus Aussagen aus Sonntagsreden kann man keine neue Personalstruktur an Schulen schaffen." Sollte es keine Entlastung für die Lehrer geben, müsse man deren Aufgaben klar definieren.

Auch bei der angekündigten Masterausbildung für alle Pädagogen muss die Regierung aus Quins Sicht noch nachlegen: "Dazu bekennen sich alle Politiker in Sonntagsreden, in dem Papier steht aber nicht ansatzweise etwas davon. Da gibt es wohl noch Abstimmungsbedarf auf Dienstgeberseite."