Erstellt am 04. Juli 2013, 14:00

Gewerkschaft will Prämien für engagierte Lehrer. Mit einer Änderung der Gehaltskurve anstelle eines neuen Dienst- und Besoldungsrechts will die Gewerkschaft aus dem Patt mit der Regierung bei den Verhandlungen zur Reform kommen.

Ein adaptiertes Modell sieht dieselben Einstiegsgehälter wie der Regierungsvorschlag (2.400 Euro) vor, allerdings mit schnellerer Gehaltssteigerung. Neu ist der Vorschlag von Leistungsprämien für engagierte Lehrer.

Das Modell sieht eine gleichbleibende Lebensverdienstsumme vor, allerdings soll es die erste Gehaltssteigerung nach fünf und nicht erst 13 Jahren geben. Für die Prämien soll ein Budget von 2,5 Prozent aller Lehrergehälter entsprechend der Personalzahlen an die Schulen verteilt werden, damit die Schulleiter diese gemeinsam mit der Personalvertretung an engagierte Lehrer vergeben können, die etwa in ihrer Freizeit Theaterprojekte durchführen, erläutert Albert Arzt, Vertreter der Berufsschullehrer. Um Willkür zu verhindern, sollen Kriterien für die Vergabe festgelegt werden.

Zusätzlich zu den Prämien wünschen die Gewerkschafter sich frei verfügbare Stundenkontingente etwa für Interessens- und Begabungsförderung, die über die Personalressourcen für den Pflichtunterricht hinausgehen.

Bei der gedrehten Gehaltskurve sollen Lehrer mit Magisterabschluss (AHS, berufsbildende mittlere und höhere Schulen) vorerst weiterhin besser verdienen als die Pflichtschullehrer (Volks-, Haupt-, Sonder-, Berufsschule) mit ihrem derzeitigen Bachelorabschluss. Erst wenn die ersten Absolventen der neuen Lehrerausbildung mit Master für alle an die Schulen kommen, solle es eine gemeinsame Gehaltsstaffel für alle geben, bei der das Gehalt jenem der derzeitigen AHS-Lehrer entsprechen soll, so Arzt.

Die Chancen auf Umsetzung des Modells der Lehrer dürften allerdings gering sein: "Die Ministerinnen haben es entgegengenommen, gesagt, es wird teuer und das müssen wir durchrechnen", berichtet Arzt. Bezüglich der Reform herrscht schon länger Uneinigkeit zwischen den Koalitionspartnern, so hatte die ÖVP zuletzt die Regierungslinie verlassen und sich auf die Seite der Gewerkschaft geschlagen.