Erstellt am 02. Februar 2011, 00:00

Glücksspiel kommt nun doch. BEINAHE-EINIGUNG / 237 Glücksspielautomaten könnten bald im Burgenland legal betrieben werden. Illegal gibt es momentan 700 davon. Die Kontrolle wird verstärkt.  

Laut SPÖ könnte bereits im Juli die Legalisierung des Glücksspiels im Landtag beschlossen werden.DORIS SEEBACHER  |  NOEN
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VON DORIS SEEBACHER

Ganz fix ist es noch nicht, aber zumindest sind sich SPÖ und ÖVP nun einig, dass das Glücksspiel demnächst im Burgenland legalisiert wird. Die SPÖ drängt darauf bereits seit Jahren, die ÖVP zeigt sich erst seit Kurzem „einsichtig“. „Uns sind Spielerschutz, Zugangskontrollen und Suchtprävention ganz wichtig dabei“, heißt es aus dem Büro von Landesrätin Michaela Resetar. Ein Gesetzesentwurf liegt bereits vor.

Strenger Jugendschutz  und stärkere Kontrollen

Streng geregelt ist dabei beispielsweise die Entfernung zum nächsten Jugendheim oder zur nächsten Schule – die muss nämlich mindestens 200 Meter betragen. Und auch die Anzahl der aufgestellten Automaten darf nicht überschritten werden – maximal ein Spielautomat pro 1200 Einwohner. Das ergäbe derzeit eine Zahl von 237 Automaten. „Momentan sind etwa 700 illegale Automaten im Burgenland in Betrieb“, so SPÖ-Klubobmann Christian Illedits, der davon überzeugt ist, dass sich durch die zu vergebenden Lizenzen der Markt von selbst regulieren werde. Die Mehreinnahmen durch die Legalisierung werden in einem Topf landen, der für Suchtprävention zur Verfügung steht.

Grüne und FPÖ dagegen,  LBL zeigt sich „offen“

Wenig begeistert zeigen sich die Oppositionsparteien. Michel Reimon von den Grünen dazu: „Grundsätzlich sind wir dagegen, weil wir befürchten, dass diese Automaten der Einstieg in die Sucht sind“, lautet sein Kommentar dazu. „In Wahrheit ist das Land pleite und es geht mit der Legalisierung nur darum, Geld einzutreiben“, so Reimon.

Und auch die FPÖ sieht die Legalisierung problematisch. „Die Erfahrung zeigt, dass es nur darum geht, große Konzerne zu bedienen und Steuern einzuheben. Spielerschutz spielt keine Rolle“, meint FPÖ-Landtagsabgeordnete Ilse Benkö. Manfred Kölly von der Liste Burgenland (LBL) hingegen zeigt sich gesprächsbereit. Unter der Voraussetzung, dass „kluge Argumente und ausreichender Schutz geboten werden“, hätte er nichts dagegen. Er hätte auch gerne, dass die Gemeinden mehr von den zusätzlichen Einnahmen bekommen.