Erstellt am 22. März 2013, 08:09

Graf fühlt sich nach Kandidaturverzicht „befreit“. Der Dritte Nationalratspräsident Graf ist überzeugt, mit seinem Verzicht auf eine Wiederkandidatur für sein derzeitiges Amt die "richtige Entscheidung, sowohl für mich als auch für die Partei" getroffen zu haben.

"Man ist auch sehr befreit", sagte er. Seine Entscheidung hat er Parteichef Strache via SMS mitgeteilt, "im Unreinen" sei er mit diesem nie gewesen, betonte Graf.

"Lieber Heinz", schrieb Graf am 11. März, zwei Tage vor dem Parteivorstand, aus Paraguay an seinen Parteichef. "Wie soeben telefonisch besprochen bitte ich dich dem Präsidium/Vorstand mitzuteilen, dass ich in der kommenden Periode - egal welche Stärke wir erreichen - nicht mehr für eine Position im Präsidium des NR zur Verfügung stehe." Und ganz zum Schluss: "Ich denke, dass es an der Zeit ist dem veröffentlichten Lügenspektakel um und über die FPÖ einerseits und um und über den nichtvorhandenen Flügelkampf Strache/Graf eine deutliche Absage zu erteilen."

Die Entscheidung hat Graf laut eigener Aussage bereits seit langem getroffen. Vermeiden wollte er auch, dass seine Person Wahlkampfthema anderer Parteien werden könnte. So hätten Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Spindelegger nach einem Ministerrat erklärt, Graf nicht ins Präsidium in der künftigen Regierungsperiode wählen zu wollen.

Einen oft kolportierten Disput mit Strache kann Graf "überhaupt nicht nachvollziehen". Immerhin habe ihn der FPÖ-Obmann einst für dieses Amt vorgeschlagen. Für die FPÖ selbst hofft Graf, dass diese nach der hoch verlorenen Landtagswahl in Kärnten bald zur Ruhe kommen wird.

Seinen potenziellen freiheitlichen Nachfolger im Nationalratspräsidium hält Graf für geeignet. "Ich freue mich, dass es der Norbert Hofer ist, den ich für ein politisches Talent halte - oder eine Personalreserve. Ich verstehe mich gut mit ihm." Es handle sich bei Hofer um einen "in der Partei und über die Parteigrenzen hinaus beliebten Politiker".