Erstellt am 12. Juli 2013, 19:03

Grasser klagt Ex-Steuerberater auf Schadenersatz. Ex-Finanzminister Grasser, gegen den ein Steuerverfahren anhängig ist, klagt seinen früheren Steuerberater Deloitte auf Schadenersatz.

Grasser werfe Deloitte vor, ihn im Zusammenhang mit der Gründung eines Steuer-Konstrukts mit Stiftungen in Liechtenstein, Zypern und auf den British Virgin Islands falsch beraten zu haben und fordere 366.600 Euro Schadenersatz. 
Am vergangenen Mittwoch haben Grasser und seine Beratungsfirma Valuecreation beim Handelsgericht Wien eine Schadenersatzklage eingebracht - gegen das Steuerberatungsunternehmen Deloitte und den Deloitte-Partner Peter Haunold. Das bestätigt Ex-Justizminister und Anwalt Dieter Böhmdorfer, der eine 25 Seiten starke Klage verfasst hat, der Zeitung.

"Wir haben die Klage noch nicht erhalten, sie kommt für uns aber nicht ganz überraschend", sagte Deloitte-Partner Harald Breit. Man habe "vollkommen korrekt gehandelt" und es seien "keine Beratungsfehler begangen worden". "Wir werden alle juristischen Mittel ausschöpfen, um uns zu wehren."

Laut Klage soll Deloitte dem Ex-Minister zur Gründung der Beratungsfirma Valuecreation GmbH, der Liechtensteiner Stiftung Waterland und fünf weiteren Auslands-Gesellschaften geraten haben. Dabei soll ihn die Steuerberatungsfirma "in keinster Weise darüber aufgeklärt haben, dass die empfohlene Konstruktion mit rechtlichen Risiken behaftet sein könnte".

Hätte er gewusst, bringt Grasser nun vor, dass die Rechtmäßigkeit seines Firmengeflechts von der Steuerbehörde "auch nur in Zweifel gezogen werden könnte, hätte er sich für eine andere Konstruktion entschieden". Auch habe er seinen Steuerberater im Frühjahr 2009 beauftragt, "die gesamte Konstruktion im Zuge der Steuererklärungen 2007 dem Finanzamt offenzulegen".

Grasser fordert von Deloitte nicht nur angeblich "überhöhte Honorare" zurück, weil man ihm eine "unnötig kostenaufwändige Firmenkonstruktion" angedient hat, sondern auch jene bisher knapp 92.000 Euro Rechtsanwalts - und Beraterkosten, die ihm jetzt durch das Steuer- und Finanzstrafverfahren entstehen.