Erstellt am 12. Februar 2014, 13:14

Gratis-Zahnspangen für Kinder ab 1. Juli 2015. Für Kinder und Jugendliche bis 18 gibt es ab Juli 2015 Gratis-Zahnspangen. Voraussetzung für die Kostenübernahme durch die Krankenkassen ist eine mittlere bis schwere medizinische Indikation.

Darauf haben sich die Koalitionsparteien im Zuge der Verhandlungen über das Abgabenänderungsgesetz geeinigt. Das bestätigten Gesundheitsminister Alois Stöger und Staatsekretärin Sonja Steßl (beide SPÖ).

Voraussetzung für die Kostenübernahme der Zahnspangen - egal ob abnehmbar oder festsitzend - ist, dass auf einer fünfteiligen Skala die medizinische Indikation vier oder fünf gegeben ist. Damit sollen spätere medizinische Folgeschäden wegen einer Zahnfehlstellung vermieden werden.

Von der Maßnahme sollen rund 85.000 Kinder pro Jahr profitieren. Der finanzielle Mehraufwand wird mit rund 80 Millionen Euro pro Jahr beziffert.

Jugendlichen-Zahnersatz und -Mundhygiene vorerst auf Eis

Gesundheitsminister Stöger hatte die Gratis-Zahnspangen für Kinder und Jugendliche im September nur wenige Wochen vor der Nationalratswahl angekündigt. Der festsitzende Zahnersatz für Jugendliche bis 19 Jahre und die Mundhygiene für Jugendliche ab dem 13. Lebensjahr einmal pro Jahr, die Stöger damals ebenfalls angekündigt hatte, kommen nun jedoch zumindest vorerst nicht.

Gesundheitsminister Stöger zeigte sich "sehr erfreut" und "stolz", dass seine Forderung nach Gratis-Zahnspangen umgesetzt wird. Die Kostenübernahme bezeichnete Stöger als "Akt der Solidarität mit den Familien und der Chancengerechtigkeit für Jugendliche".

"Stolz auf nächsten und wichtigen Schritt"

"Mit dieser Maßnahme bauen wir Barrieren ab. Wir stellen sicher, dass alle Kinder und Jugendlichen, die aus medizinischen Gründen eine Zahnspange brauchen, auch eine bekommen. Damit beugen wir schweren medizinischen Folgeschäden vor und entlasten jährlich die Familien von 85.000 Kindern", erklärte Stöger in einer Aussendung.

Stöger verwies darauf, dass Österreich im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern die Leistungen im Gesundheits- und Sozialbereich laufend ausbaue. "Die Gratis-Zahnspangen sind ein nächster und wichtiger Schritt. Darauf bin ich stolz."

Auch Finanz-Staatssekretärin Steßl freute sich darüber, dass durch die Gratis-Zahnspangen Eltern um zusätzlich 80 Millionen Euro pro Jahr entlastet werden. In einer Aussendung teilte sie außerdem mit, dass auch der Strukturfonds für die Krankenkassen weiter abgesichert sei. Aus diesem Fonds bekommen derzeit die Kassen jährlich 40 Millionen Euro, wenn sie vereinbarte Finanzziele erreichen.