Erstellt am 16. Mai 2011, 12:17

Gratiskindergarten auch in Sparzeiten. Mit einer Reform der Familienförderung hat das Burgenland vor zwei Jahren den Weg für den "Gratiskindergarten" geebnet. Eltern bekommen dabei den Kindergartenbeitrag bis zu einer Höhe von 45 Euro monatlich ersetzt.

SPÖ-Bezirksvorsitzender Christian Illedits: »Es ist unangebracht, junge Menschen einzuschüchtern.«  |  NOEN
Seither wurden 18.890 Anträge an das Familienreferat gestellt, zog Landesrätin Verena Dunst am Montag ein Eisenstadt eine Zwischenbilanz. An Kürzungen wie in anderen Ländern wird nicht gedacht, wurde betont: Die Kosten von rund 4,3 Mio. Euro pro Jahr will das Land zumindest bis 2012 tragen. Vom Bund fordert die SPÖ Burgenland eine Weiterführung der Anstoßfinanzierung.

Aus der im Vorjahr ausgelaufenen Anstoßfinanzierung habe das Burgenland jährlich vom Bund 437.000 Euro erhalten. Das sei "wichtiges Geld, das uns momentan fehlt", erklärte SPÖ-Klubobmann Christian Illedits. Einschließlich einer Kofinanzierung vom Land standen für die Gemeinden jährlich 720.000 Euro zur Verfügung. Insgesamt bekam das Burgenland 2008 bis 2010 rund 1,3 Mio. Euro an Bundesförderung.

"Gratiskindergarten und Kinderkrippenförderung bleiben im Burgenland erhalten", stellte Illedits fest. Es gelte die Devise: "Bei der Bildung wird sicherlich nicht gespart." Das Burgenland liegt laut Landesrätin Dunst bei der Betreuung der Drei- bis Sechsjährigen - trotz der schwierigen Rahmenbedingungen durch die ländlichen Strukturen - mit 99,5 Prozent an der Spitze der Bundesländer. 23,5 Prozent der unter dreijährigen Kinder besuchen eine Kinderkrippe, damit rangiere man in diesem Bereich hinter Wien auf Platz Zwei.

Im Burgenland gibt es 150 Kindergärten, die von insgesamt 6.716 Kindern besucht werden. Weiters betreuen 53 alterserweiterte Kindergärten - die Aufnahme beginnt hier schon ab zweieinhalb Jahren - 1.836 Kinder. Dazu kommen noch 52 Krippen mit 894 Kindern und 34 Horte mit 853 Plätzen, die Nachmittagsbetreuung anbieten. An gemeindeübergreifenden Einrichtungen, die vor allem kleinen Kommunen ein besseres Angebot ermöglichen sollen, bestehen bis jetzt 27 Kinderkrippen und 42 Kindergärten.

Mit dem System seien die Eltern laut Dunst "sehr zufrieden". Von über 8.000 befragten Eltern habe man nur 15 negative Rückmeldungen bekommen, die sich zum Beispiel auf Öffnungszeiten bezogen hätten. "Der Kindergarten ist die erste Institution, wo Bildung passiert", so die Landesrätin. Diese Zielsetzung solle bereits der Titel "Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz" ausdrücken.