Erstellt am 07. November 2012, 00:00

Grenzen überwinden. Qualifikation / Eine aktuelle Studie zeigt: Ohne grenzüberschreitende Kooperation von Wirtschaft und Bildung geht viel Potenzial verloren.

Studie: „Eures-t“-Vorsitzende Ingrid Puschautz-Meidl und IWI-Geschäftsführer Herwig Schneider.BVZ  |  NOEN
Von Wolfgang Millendorfer

Das Denken in größeren regionalen Zusammenhängen hat den pannonischen Raum längst erfasst, doch jetzt muss das Augenmerk auf die Qualifizierungs-Ebene gerichtet werden, fordert die Grenzpartnerschaft „Eures-t Pannonia“. Eine Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI) zeigt auf, dass speziell ungarische Beschäftigte hierzulande oft Jobs annehmen, die zwar höheren Lohn, aber geringere Qualifikation bieten.

„Dadurch verliert sowohl das Burgenland als auch West-Transdanubien Kompetenzen“, warnt „Eures-t“-Vorsitzende und IV-Geschäftsführerin Ingrid Puschautz-Meidl. „Viele Arbeitnehmer werden unter ihrem Wert geschlagen“, ergänzt IWI-Geschäftsführer Herwig Schneider, der auch auf eine einseitige Arbeits-Migration hinweist: Laut IWI-Studie sind im Burgenland mehr als 10.000 unselbstständig Beschäftigte aus Ungarn gemeldet; umgekehrt ist die Zahl verschwindend gering.

Um in Zukunft einen Austausch von qualifizierten Arbeitnehmern sichern zu können, empfehlen IWI und „Eures-t Pannonia“ gezielte Maßnahmen im Bildungs- und Wirtschaftsbereich. Dazu zählen unter anderem zweisprachige Kindergärten und Schulen, grenzüberschreitende Praktika oder die sprachliche Qualifizierung in heimischen Unternehmen.