Erstellt am 23. Juni 2012, 20:09

Grippemasken-Hersteller Dräger zahlte Mensdorff. Der Waffenlobbyist Mensdorff-Pouilly soll laut "profil" 2006 auf der Payroll des deutschen Grippemasken-Hersteller Dräger gestanden sein. Eine Firma von Mensdorff soll von dem Konzern für "Marktstudien" 275.591 Euro bekommen haben.

Zur gleichen Zeit erhielt die Firma von Mensdorffs Frau Rauch-Kallat (ÖVP) geführten Gesundheitsministerium den Auftrag zur Lieferung von Millionen Grippemasken. Die Pandemie-Schutzmasken waren zum Schutz vor der damals grassierenden Vogelgrippe vorgesehen. Das deutsche Unternehmen war zwar in einer öffentlichen Ausschreibung der Bundesbeschaffungsagentur wegen überhöhter Preise durchgefallen, kam aber schließlich doch zum Zug. Zwischen März und Dezember 2006 langten für angebliche "Marktstudien" 275.591 Euro auf dem Konto von Mensdorffs MPA Handelsgesellschaft ein.

Rauch-Kallat stellt einen Zusammenhang mit dem Lieferauftrag für die Grippemasken gegenüber "profil" in Abrede: "Es gibt hier mit Sicherheit keinen Zusammenhang. Ich habe mich in diese Auftragsvergabe nicht eingemischt. Mein Mann und ich haben Privates und Berufliches immer streng getrennt." Auch eine Sprecherin von Dräger hielt fest: "Die MPA Handelsgesellschaft hat Dräger Austria bei der Erschließung des südosteuropäischen Markts unterstützt (beispielsweise mit Marktstudien) und erhielt vertraglich geregelte, aufwandsabhängige Zahlungen."

Mensdorff-Pouilly wies die Vorwürfe als "haltlose Unterstellung" zurück. Dass man jetzt versuche, seine Frau in die Sache hineinzuziehen, sei "eine Sauerei". "Meine Zusammenarbeit mit der Firma Dräger hat schon in den 90er Jahren begonnen, lange bevor meine Frau Gesundheitsministerin wurde", empörte sich Mensdorff gegenüber der Tageszeitung "Österreich".

Die schließlich neun Millionen Schutzmasken kamen aufgrund von Lieferengpässen erst im Herbst 2006 in den Handel - und entwickelten sich nach Abklingen der Hysterie zu Ladenhütern. Laut "profil" wurde bis Ende 2007 nur rund knapp eine Million verkauft. Das Gesundheitsministerium musste 7,7 Millionen Masken einlagern. Der Kaufpreis betrug insgesamt 4,2 Millionen Euro.